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Irland: Erster Bischof legt wegen Skandal um Kindesmissbrauch sein Amt nieder

Nach dem Skandal um tausendfachen Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche in Irland ist der Bischof von Limerick, Donal Murray, zurückgetreten.

Nach dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche Irlands ist der erste Bischof zurückgetreten. Wie der Vatikan am Donnerstag mitteilte, nahm Papst Benedikt XVI. das Rücktrittsgesuch des Bischofs von Limerick, Donal Murray, an. Der 69-Jährige entschuldigte sich bei den Opfern, die weitere hochrangige Geistliche zum Rücktritt aufforderten.

In einem Bericht über zahlreiche Fälle von Kindesmissbrauch durch Kirchenvertreter, dem sogenannten Murphy-Bericht, war dem Bischof vorgeworfen worden, Missbrauchsfälle in kirchlichen Einrichtungen vertuscht zu haben. Sein Handeln sei "unentschuldbar" gewesen. Murray erklärte kurz nach der Erklärung des Vatikan, dass sein Rücktritt das Leiden der Missbrauchsopfer "nicht ungeschehen" machen könne. Sein Verbleib im Amt sei aber "sehr schwierig" für einige Betroffene. Er biete ihnen daher "demütig" seine Entschuldigung an.

Murray war von 1982 bis 1996 als Weihbischof in Dublin tätig, im Februar 1996 wurde er zum Bischof von Limerick ernannt. Der Ende November im Auftrag der irischen Regierung veröffentlichte Murphy-Bericht hatte aufgedeckt, dass vier frühere Erzbischöfe von Dublin systematisch Priester schützten, die sich des sexuellen Missbrauchs schuldig gemacht hatten. Insgesamt ging der Bericht den Beschwerden von mehr als 320 Kindern zwischen 1975 und 2004 nach.

Die Opferorganisation One in Four forderte unterdessen weitere Bischöfe zum Rücktritt auf. Ein einziger Rücktritt sei noch kein grundlegender Politikwechsel von Seiten der katholischen Kirche, erklärte die Opfer-Vertreterin Maeve Lewis. Murray sei nicht der einzige Weihbischof in Dublin gewesen, der Informationen über Kinderschänder in den eigenen Reihen gehabt und nicht darauf reagiert habe. Irischen Medienberichten zufolge könnten in den kommenden Wochen - wie gefordert - noch weitere Bischöfe zurücktreten.

AFP/DPA / DPA