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Presicce in Apulien 30.000 Euro für Zugezogene: Italienische Stadt will neue Bewohner anlocken

Das italienische Städtchen Presicce in Apulien
In der kleinen Stadt Presicce leben rund 5.000 Menschen. Die Gemeinde hofft, mit ihrer neuen Initiative die Einwohnerzahl anzuheben.
© CSP_milla74 / Imago Images
Wer nach Presicce in Apulien zieht, könnte einen Zuschuss von bis zu 30.000 Euro erhalten. Die Gemeinde in Italien hofft, mit dem finanziellen Anreiz vor allem den historischen Stadtkern wiederbeleben zu können. 

Viele ländliche Regionen in Italien kämpfen gegen schrumpfende Bevölkerungszahlen. In der Vergangenheit haben Gemeinden mit finanziellen Anreizen immer wieder versucht, neue Bewohner anzulocken. Jüngst wirbt der Ort Presicce in der italienischen Region Apulien mit einem Geldbonus von 30.000 Euro für Zuziehende.

Ländliche Regionen in Italien verlieren einheimische Bevölkerung

"Es ist schade mit anzusehen, wie sich unsere alten Viertel voller Geschichte, wunderbarer Architektur und Kunst langsam leeren", bedauert Gemeinderat Alfredo Palese im Gespräch mit "CNN Travel". Menschen, die gewillt sind, ihren Wohnsitz in den kleinen Ort zu verlagern, sollen einen Zuschuss von bis zu 30.000 Euro erhalten. Das Angebot kommt mit zwei Bedingungen. Zum einen müssen sich die Zugezogenen bei der Gemeinde ganz offiziell anmelden. Zum anderen müssen sie eines der Häuser im historischen Teil der Stadt kaufen. Die meisten dieser Immobilien sind vor 1991 erbaut worden – und viele stehen inzwischen leer.

Es sind vor allem junge Menschen, die die ländliche Region verlassen und zwecks ihrer beruflichen Zukunft Richtung Stadt ziehen. Schon mehrfach hat das 5.000-Seelen-Örtchen Programme ins Leben gerufen, um die Menschen zum Bleiben zu bewegen. Darunter Steuervorteile für neue Geschäfte und einen Babybonus von 1000 Euro pro neugeborenem Kind. Aktuell arbeitet die Gemeinde die letzten Rahmenbedingungen für die neueste Initiative aus. Sobald diese feststehen, kann man sich auf der Internet-Seite für den 30.000 Euro-Zuschuss bewerben.

"Stadt des grünen Goldes" soll wiederbelebt werden

Laut Angaben von "CNN Travel" sollen die zur Auswahl stehenden Immobilien circa 25.000 Euro kosten. Dafür soll man eine 50 Quadratmeter große Bleibe erhalten – die aber vermutlich einige Renovierungsarbeiten nötig hat. "Die Gesamtfinanzierung wird zweigeteilt: Sie fließt teilweise in den Kauf eines alten Hauses und teilweise in die Neugestaltung, falls erforderlich", erklärt Gemeinderat Palese. Auch das Zentrum von Presicce soll in den kommenden Jahren renoviert werden, berichtet "Travel Book". Nachdem die Gemeinde sich 2019 mit dem Nachbartort Acquarica del Capo zusammengeschlossen hat, sollen dafür eine Millionen Euro im Jahr zur Verfügung stehen.

Wer einen Umzug in Betracht zieht, sollte sich vor allem auf Ruhe und Abgeschiedenheit, aber auch idyllische Natur einstellen. Die Gemeinde, die am Absatz von Italiens Stiefel liegt, ist von Olivenhainen, kuppelförmigen Steinkapellen und einsamen Bauernhöfen umgeben. Wegen der reichen Olivenernte und des qualitativ hochwertigen Öls nannte man Presicce einst "die Stadt des grünen Goldes". Die am nächsten gelegenen Strände sind etwa zehn Kilometer von der Gemeinde entfernt. Dort prägen zerklüftete Klippen und das türkisfarbenen Wasser an der Küste von Santa Maria di Leuca das Landschaftsbild.

Die Geschichte von Presicce reicht bis ins Mittelalter zurück. Während der Renaissance blühte die Gemeinde wirtschaftlich auf. Neben den Oliven verhalfen Wein, Käse und Viehhandel dem Ort zu Wohlstand. Nun hofft der Gemeinderat, mit der neuen Initiative die Stadt noch einmal wiederbeleben zu können.

Quellen: "CNN Travel", "Euronews", "Travelbook"

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