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Jubiläum: "Gipfelstürmer sind unser Stolz"

Fünfzig Jahre ist es her, dass Edmund Hillary als erster den Mount Everest erklomm. In Kathmandu feierten die Nepalesen den 83-jährigen Neuseeländer begeistert.

50 Jahren nach der Erstbesteigung des Mount Everest ist der Bezwinger des Daches der Welt, Edmund Hillary, am Dienstag in der nepalesischen Hauptstadt Kathmandu begeistert gefeiert worden.

Tausende Nepalesen jubelten ihm zu

Wie damals fuhr der heute 83-jährige Neuseeländer mit einer Pferdekutsche durch die Jahrhunderte alte Stadt vorbei an hinduistischen und buddhistischen Tempeln. Tausende Nepalesen jubelten ihm zu. Der Ruhm des Bergsteigers und Imkers hatte dem Königreich im Himalaya einen Tourismus-Boom beschert. Auch Reinhold Messner, der als erster den Mount Everest allein und ohne Sauerstoffflaschen bezwungen hatte, nahm an den Feierlichkeiten teil.

"Heute feiern wir die Wärme, die das nepalesische Volk ihren Bergsteigern entgegengebracht hat, die ihren großen Mount Everest bestiegen haben", sagte Hillary, der in ein buddhistisches Gebetstuch gehüllt und mit Blumenketten behängt war. Kinder in Schuluniform hielten kleine Schilder hoch mit Aufschriften wie "Gebe Gott uns die Stärke, so zu sein wie du" und "Gipfelstürmer sind unser Stolz".

Jubiläum wurde Bergsteiger-Treffen

Etwa 450 der inzwischen mehr als 1.200 Bergsteiger, die den 8.850 Meter hohen Gipfel erreicht haben, fanden sich für das Jubiläum in Kathmandu ein. Unter ihnen war auch die Japanerin Junko Tabei, die als erste Frau den Mount Everest bezwang. Auch der Sohn und der Enkel von Hillarys damaligem nepalesischem Begleiter, Tenzing Norgay, nahmen teil. Tenzing war 1986 gestorben.

Keine nationalistischen Untertöne

Anders als 1953 war das Jubiläum in Kathmandu nicht von nationalistischen Untertönen geprägt. Damals zeigten Plakate einen schwachen Hillary, der von Tenzing auf den Gipfel geschleppt wurde. Der Neuseeländer selbst behauptet, dass er den Gipfel mit einem Vorsprung von wenigen Metern als erster erreicht habe.

Die Möglichkeit, dass die Briten George Mallory und Sandy Irvine den Gipfel fast 30 Jahre vor ihm erreicht haben könnten, kümmert Hillary nach eigenen Angaben nicht. Worauf es tatsächlich ankomme sei, dass Tenzing und ihm auch der Weg zurück gelungen sei, sagte er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Mallorys Leiche wurde 1999 gefunden. Bis heute ist ungeklärt, ob er auf dem Hin- oder auf dem Rückweg zum Gipfel starb.

Terry Friel