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J. Engelmann: "Jede Woche, Baby!": Der perfekte Job

Muss im Leben immer alles perfekt sein? Der Job schon - oder? Aber wie findet man den perfekten Job? Julia Engelmann hat auch keine Ahnung.

Die Hand eines Mannes tippt in einem Büro auf einer Tastatur, links daneben ein Telefon, rechts eine rot leuchtende Computermaus

Wie findet man den perfekten Job?

Die Suche nach dem perfekten Job scheint eine der relevantesten und präsentesten Aufgaben eines Lebens zu sein. Eine Suche, die nicht aufhört, selbst, wenn man ihn schon gefunden zu haben scheint. Eine Aufgabe, die es von vielen Seiten zu beleuchten gilt.

Zunächst drängen sich die beiden allseits beliebte Fragen auf, was "perfekt" überhaupt ist und ob denn alles "perfekt" sein muss. Objektives "perfekt" ist ein idealisierter Phantasiezustand, das kann es aus meiner Sicht nicht geben. Subjektives "perfekt" hingegen halte ich für erreichbar, wenn es als "das in der Situation unter den Umständen für die Person Beste" verstanden wird. Dann kann es sogar synonym mit "optimal" oder mutig mit "gut genug" verwendet werden.

Nicht alles muss perfekt sein

Und nein, natürlich muss nicht alles perfekt sein, kann es gar nicht. Aber ich glaube, dass ziemlich vieles, vielleicht sogar alles - einschließlich einem selbst - "gut genug" sein kann. Das macht dann auch zufrieden. Das ist eine Frage der Haltung und es ist eine Entscheidung, die jeder für sich treffen kann. Es gibt für jeden mindestens einen Job, der gut genug ist und ihn zufrieden macht, weil es eine Kombination aus Tätigkeit und der Einstellung dazu ist - und das an sich ist ein realistisches Unterfangen.

Die nächste Frage ist natürlich: Wie findet man diesen Job? Vielleicht ist eine hilfreiche Zwischenfrage: Wie findet man ihn nicht? Meine Antworten sind spontan: Man findet ihn nicht, indem man sehr hart zu sich und ungeduldig ist. Man findet ihn nicht, indem man auf das hört, was alle um einen herum sagen, und versucht, "das Richtige" zu tun. Man findet ihn nicht, indem man völlig überzogene Erwartungen hat. Und auch nicht, indem man voller Angst auf sich und die Zukunft guckt.

Motivation ist überall

Ich habe das Gefühl, dass alles voller Motivationssprüche ist: jede Küchenwand, jedes Facebook-Profil, jeder Kopf. Und trotzdem sind auch alles voller Angst und Zweifel. Vielleicht ist das auch der Grund für diesen hohen Bedarf an Motivation, aber ich finde das doch recht paradox. Ich frage mich, woran das liegt, und ich glaube, es müsste nicht so sein.

Diese Diskrepanz zwischen weisen Motivationserkenntnissen einerseits und der Realität andererseits kann zwei mögliche Ursachen haben. Mögliche Ursache 1: Angst, logischerweise. Mögliche Ursache 2: Viele fühlen sich so im Zugzwang auch so zu wirken, als würden sie dynamisch auf Weltreise gehen und den coolsten Job der Welt haben wollen. Aber ob das wirklich so ist, ist eine andere Frage. Und wie gesagt, das müsste aus meiner Sicht beides nicht so sein. Denn wenn wir gute und überzeugende Argumente für Mut haben: Warum sind wir nicht so konsequent und hören selbst darauf?

Im Umkehrschluss heißt das aus meiner Sicht: Mit Selbstvertrauen, Geduld, Konsequenz und Mut kann man fast alles finden. Und was den "perfekten" Job angeht: Zu wissen, wer man ist, was man kann und was man will, halte ich für relevanter als den Lebenslauf, den man auf Papier zusammengetragen hat.

Und darüberhinaus finde ich es verrückt, wie schwer es ist, seinen eigenen Weg zu finden. Darüber schreibe ich vielleicht nächste Woche. 

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