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Medienbericht Ursache unklar: Anzahl junger Drogentoter hat sich seit 2016 mehr als verdoppelt

Drogen
Die Zahl der Drogentoten ist in den vergangenen Jahren gestiegen
© Keith Srakocic / AP / DPA
Laut einer Recherche des NDR hat sich die Zahl der Drogentoten unter 22 Jahren in Deutschland seit 2016 mehr als verdoppelt. Die Ursache ist noch unklar. Drogenbeauftragter Blienert plädiert für einen Kurswechsel in der Drogenpolitik.

Die Zahl junger Drogentoter im Alter unter 22 Jahren ist zuletzt deutlich gestiegen. Das berichtete der Norddeutsche Rundfunk (NDR) am Mittwoch unter Berufung auf eine eigene Abfrage in den Bundesländern. Demnach lag die Zahl im Zeitraum von 2016 bis 2019 zwischen 44 und 59 Toten, wobei nicht mehr alle Bundesländer entsprechende Daten gespeichert hatten. 2020 waren es dann 78, im vergangenen Jahr sogar 131 Drogentote im Alter bis einschließlich 21.

Gesamtzahl der Drogentoten in Deutschland ebenfalls gestiegen

Die Abfrage des NDR standen nach dessen Angaben im Zusammenhang mit der Recherche zu illegalen Rave-Partys. Bei solchen Veranstaltungen kam es auch schon zu Todesfällen nach dem Konsum von Drogen

Die Gesamtzahl der Drogentoten in Deutschland 2021 war bereits im Mai bekanntgegeben worden. Sie lag bei 1826, das war ein Anstieg von mehr als 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr und bereits der vierte Anstieg im Jahresvergleich in Folge. 

Der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Burkhard Blienert, bezeichnete den Anstieg der Zahl Drogentoten unter jungen Menschen als Beleg für die Notwendigkeit eines Kurswechsels in der Suchtpolitik. Nötig seien mehr Hilfsangebote. "Drogenkonsum darf kein Gesprächstabu bleiben, suchtkranke Menschen dürfen nicht mehr ausgegrenzt werden", sagte Blienert dem NDR.

pgo AFP

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