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Kachelmann-Prozess: Gericht kritisiert Ex-Geliebte für Interview

Premiere im Kachelmann-Prozess: Erstmals hat eine der Ex-Geliebten des Wettermoderators in öffentlicher Verhandlung ausgesagt. Weil sie über ihr Verhältnis zum Angeklagten in einem Interview geplaudert hatte, musste sie sich herbe Kritik vom Gericht gefallen lassen.

Im Prozess gegen Wettermoderator Jörg Kachelmann hat erstmals eine ehemalige Geliebte in öffentlicher Verhandlung vor Gericht ausgesagt. Die 34-Jährige verteidigte ihre Entscheidung, der Zeitschrift "Bunte" ein Interview gegeben zu haben. Sie habe es auch getan, um die gescheiterte Beziehung zu verarbeiten. "Ich weiß, dass andere es anders gemacht hätten. Aber das war mein Weg", sagte die langjährige Geliebte Kachelmanns am Dienstag vor dem Landgericht Mannheim. Für das Interview und Fotoaufnahmen hatte sie von der Zeitschrift 50.000 Euro bekommen.

Vor der Vernehmung hatte das Gericht die bezahlten Medienauftritte von Zeuginnen kritisiert. Dies sei "dem Respekt vor dem Gerichtsverfahren nicht angemessen", sagte Richter Joachim Bock.

Das Gericht hatte von der Zeugin verlangt, ihre Honorarvereinbarung mit der "Bunten" offenzulegen. Das Geld habe sie zu einem kleinen Teil gespendet, außerdem sei sie einkaufen gegangen und in Urlaub gefahren, sagte sie auf Nachfrage des Gerichts. "45.000 sind noch da."

mlr/mm/DPA / DPA
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