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Bekannt aus "Tüll und Tränen" Brautmodenverkäufer redet abfällig über Frauen – da platzt Jörg Kachelmann der Kragen

Uwe Herrmann bei "Riverboat"
Brautmodenverkäufer Uwe Herrmann demonstriert bei "Riverboat", was Frauen anstelle eines BHs tragen.
© Screenshot MDR
Irgendwann hielt es Jörg Kachelmann nicht mehr aus: Nachdem Brautmodenverkäufer Uwe Herrmann zum wiederholten Male despektierlich über Frauen gesprochen hatte, fiel er seinem Studiogast ins Wort - und stellte einige Dinge klar.

Er war der letzte Gesprächspartner in der MDR-Talkshow "Riverboat" - und setzte einen Schlusspunkt, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der aus der Vox-Sendung "Zwischen Tüll und Tränen" bekannte Brautmodenverkäufer Uwe Herrmann stellte sich am Freitagabend den Fragen von Moderatorin Kim Fisher - und fackelte nebenbei ein Feuerwerk an sexistischen und frauenfeindlichen Sprüche ab. 

Gleich zu beginn des Gesprächs fabulierte er: "Das Universum ist unendlich, die Liebe ist unendlich - und die Beine mancher Frauen auch." Da mochte mancher in der Runde noch lachen. Doch als der 58-Jährige dann einige seiner Brautkleider vorführte, wurde es geschmacklos: "Das hier, wie formulier ich das: Das sind spezielle Frauen, die das Kleid zum Beispiel tragen", erklärte er bei einem Modell. "Eine Ökotante mit Bumskrause, gepflegten Achselhaaren und Damenbart." 

Kim Fisher fiel in dem Moment die Kinnlade runter, Co-Moderator Kachelmann riet ihr: "Kim, du musst jetzt eingreifen." Die Moderatorin bekannte: "Ich bin wirklich entsetzt gerade." Ihr Studiogast ließ sich dadurch jedoch nicht bremsen und machte munter weiter mit seiner Präsentation.

Kim Fisher rüffelt Uwe Herrmann

"Das klingt alles sehr showig, was du da machst", versuchte Fisher das Gespräch zu beruhigen, und versuchte es mit einer unverfänglichen Frage: Wie er konkret vorgehe, wenn eine Frau in seinen Laden komme, wollte sie von dem Unternehmer wissen. "Als Erstes gucke ich mir die Körperhaltung an", erklärte Herrmann daraufhin. "Eine Frau, die so zusammengesackt geht, der sage ich immer: 'Bitte denke daran: Hinter dir stehen drei hübsche Männer, und die beobachten dich'. Und schon verändert sich das."

Da konnte sich Jörg Kachelmann nicht mehr zurückhalten: "Es ist auch egal, wie die Frau läuft", wandte der Wetterexperte ein. "Wenn sie so laufen will, dann soll sie verdammt nochmal so laufen. Und wenn die drei Macker hinter ihr das denken, dann soll es ihr scheiß egal sein." Bezugnehmend auf Herrmanns frühere Aussagen sagte Kachelmann: "Es ist vollkommen okay, wie sie läuft und ob sie Haare hat oder dick oder dünn ist." Kein Mann habe das Recht, das zu bewerten.

"Die Problemfälle kommen ja speziell zu mir", versuchte sich Herrmann zu rechtfertigen - stieß bei dem Moderator jedoch erneut auf Unmut: "Das ist aber kein Problemfall!", ging er dazwischen.

Jörg Kachelmann äußert sich auf Twitter

Kim Fisher gab ihrem Co-Moderator recht: "Das war schon knackig, wie du das beurteilst", sagte Fisher. "Ich fand das ein bisschen verletzend für alle Frauen, die vielleicht nicht den Traummaßen entsprechen. Erst da blitzte bei Uwe Herrmann für einen kurzen Moment so etwas wie Einsicht auf. "Dann tue ich mich entschuldigen", murmelte der 58-Jährige.

Im Nachgang konnte sich Jörg Kachelmann einen Twitter-Kommentar zu der Sendung nicht verkneifen. "Herausfordernd gestern für mich bei den Gesprächen mit Peter Hahne - was durchlaufen lassen, weil legitime Meinung, was nicht - und bei Uwe Herrmann von Vox, wo ich dann wegen (für mich gefühlten Sexismus) eingriff", kommentierte der Moderator seine Sendung und teilte den Link, damit sich Zuschauer ihr eigenes Bild machen. Die Mehrzahl der Twitter-User sah es ähnlich wie Kachelmann - und dankte dem Schweizer für sein beherztes Eingreifen.

Hier können Sie sich die aktuelle Ausgabe von "Riverboat" im MDR anschauen

che

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