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Podcast "Paardiologie" Er ist Dagobert Duck, sie haut raus wie ein Rapper: Charlotte Roche spricht über das Thema Geld

Charlotte Roche und ihr Ehemann
Charlotte Roche und ihr Ehemann Martin Keß
© Filiz Serinyel Photography
Viel wurde bereits über Sex und Liebe geredet. In der aktuellen Folge ihres Podcasts sprachen Charlotte Roche und ihr Ehemann Martin Keß über das Thema Geld - und offenbarten grundverschiedene Einstellungen.

"Money can't buy me love", mit Geld kann ich mir keine Liebe kaufen, wussten schon die Beatles. Das heißt umgekehrt jedoch nicht, dass es zwei voneinander getrennte Sphären sind. Und so sprachen Charlotte Roche und ihr Ehemann in ihrem Beziehungspodcast "Paardiologie" diesmal über das Thema Geld - das für Martin Keß mittlerweile über Religion steht. "Alle Religionen haben sich darauf geeinigt, dass Gold und der Dollar die Währung sind", sagt der Medienmanager. "Das heißt ja: Das ist eigentlich der Gott."

Im Umgang mit diesem "Gott" unterscheiden sich die beiden Ehepartner grundlegend. Keß sieht sich durch die Erziehung gefangen und kann sein Geld nicht einfach so ausgeben. Er nennt es die "Hip-Hop-Attitüde": alles raushauen. So lehnt er Markenklamotten ab.

Roche dagegen hat mit all dem gar kein Problem. Konsumieren, ausgeben - das kann sie. Dazu macht die Moderatorin eine Sache, für die ihr Mann wenig Verständnis hat: Sie spielt Lotto. Er findet, das müsste für Menschen mit Geld verboten sein. 

Martin Keß erzählt von seiner Kommunion

Als Mitbegründer der TV-Produktionsfirma Brainpool ist Keß mittlerweile selbst zu Geld gekommen. Das war allerdings nicht immer so. Dazu erzählt der heute 56-Jährige eine traurige Geschichte von seiner eigenen Kommunion. Die wurde beim ihm aus praktischen Gründen ein Jahr vorgezogen - damit er zusammen mit seinem Bruder feiern konnte. 

Nun ergab sich aber das folgende Problem: Jedes der Kommunionskinder sollte auf seiner Feier Geld für arme Kinder einsammeln. Als der kleine Martin jedoch seine Gäste um eine Spende bat, bekam er immer das Gleiche zu hören: Wir haben doch schon bei deinem Bruder gezahlt. So blieb seine Spendendose leer, aus Scham füllte er sie mit dem Geld, das er selbst zur Kommunion geschenkt bekam - 190 Mark.

Eine großzügige Tat des damals Achtjährigen, zu der viele wohlhabende Menschen im Freundeskreis des Paares heute nicht fähig sind. "Der Geist wächst nicht mit dem Konto mit", fasst Roche zusammen. Auch Keß glaubt nicht, dass reiche Menschen generöser sind, im Gegenteil. Das unterstreicht er anhand einiger Anekdoten von reichen Menschen, die besonders geizig handeln. 

So will Charlotte Roche im Alter leben

Eine Unart, die der Medienmanager manchmal auch an sich entdeckt. Ihm fällt das Raushauen des Geldes ebenfalls schwer. So bezeichnet er sich selbst als Dagobert Duck und seine Frau als "Hip-Hop-Bling Bling". Und leitet somit direkt zu der Frage über, die er seiner Frau stellen möchte: "Was machst du mit meinem Geld, wenn ich sterbe?" Würde sie es dann hemmungslos ausgeben - oder in seinem Sinne sparsam weiterleben?

Darauf hat Roche eine klare Antwort: Sie will nicht den Dagobert Duck geben und das Geld horten. Stattdessen möchte sie mit vielen Frauen in einem großen Haus leben, in dem jede eine eigene Wohnung hat, die sie bezahlt. Eine Vorstellung, mit der sich ihr Mann anfreunden kann: "Eine Rainer-Langhans-Kommune ohne Rainer Langhans."

che

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