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Kates tote Krankenschwester: Westminster-Abbey richtet Trauermesse aus

In der bedeutendsten Kirche Englands wird am Samstag ein Gedenkgottesdienst für Jacintha Saldanha stattfinden. Die Mitarbeiterin der Klinik, in der Herzogin Kate behandelt wurde, hatte sich erhängt.

Für die britische Krankenschwester, die nach ihrer Verwicklung in einen Telefonscherz eines australischen Radiosenders tot aufgefunden wurde, wird am kommenden Samstag eine Trauermesse in der Westminster-Kathedrale stattfinden. Das teilte ein Sprecher der Kirche mit.

Die Westminster Abbey ist die bedeutendste Kirche Großbritanniens. In der Kathedrale wurden unter anderem Thronfolger Prinz Charles und Diana sowie Prinz William und Kate getraut.

Drei Abschiedsbriefe

Die Autopsie Saldanhas hatte ergeben, dass diese sich erhängt hatte. Sie hinterließ drei Abschiedsbriefe, berichtete Scotland Yard's Chefermittler James Harman.

Die Krankenschwester war bei dem Scherzanruf eines australischen Radiosenders vor einer Woche im König-Edward-VII.-Krankenhaus ans Telefon gegangen und hatte den Anruf an die Station durchgestellt, auf der Herzogin Catherine wegen Schwangerschaftsübelkeit behandelt wurde.

Nach dem mutmaßlichen Selbstmord untersucht die australische Medienaufsicht den Fall. Die Untersuchung richte sich gegen den Sender 2Day FM und nicht gegen die betroffenen Moderatoren, betonte die Medienaufsicht ACMA. Geprüft wird unter anderem, ob die Radiostation die Vorschriften zum Persönlichkeitsschutz verletzt hat.

Familie kritisiert Radiosender

Der australische Medienkonzern Southern Cross Austereo (SCA), zu dem 2DayFM gehört, betonte, der Sender habe die Klinik vor der Ausstrahlung des Telefonmitschnitts fünf Mal angerufen, um die Aufnahme zu besprechen. Das Krankenhaus erklärte dagegen, weder die Leitung noch die Presseabteilung der Klinik sei kontaktiert worden. Gemäß den australischen Vorschriften muss vor der Ausstrahlung eines Telefonscherzes im Radio die Zustimmung des Betroffenen eingeholt werden.

2DayFM versprach inzwischen, den Hinterbliebenen von Saldanha mit mindestens 500.000 australische Dollar (404.000 Euro) zu entschädigen. Ein Sprecher der Familie kritisierte allerdings das Verhalten des Senders: "Es gab keine schriftliche Entschuldigung, keine Bitte um ein Treffen mit der Familie und keine Anstalten, nach Großbritannien zu reisen und zu kondolieren.

lin/AFP / AFP