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Klage gegen Drogen-Verbot: Patienten wollen Cannabis selbst anbauen

Bis zu 1000 Euro kostet ihre Therapie pro Monat: Fünf Patienten ziehen in Köln vor Gericht. Sie wollen Cannabis zu Hause anbauen. Viele Möglichkeiten bleiben den chronisch Kranken nicht.

Fünf chronisch kranke Patienten wollen die Droge Cannabis zu Hause zu Therapiezwecken anbauen und klagen gegen ein entsprechendes Verbot vor dem Kölner Verwaltungsgericht. Alle fünf Patienten haben die Erlaubnis, Cannabis-Blüten aus der Apotheke zu erwerben und zu konsumieren.

Der regelmäßige Kauf sei aber unerschwinglich, sagte der Anwalt eines Klägers zu Prozessbeginn in Köln. Die Kosten von monatlich 800 bis 1000 Euro würden von der Krankenkasse nicht übernommen. Eine Therapie-Alternative gebe es nicht, wie die behandelnden Ärzte bescheinigten.

Hamburger FDP fordert Legalisierung

Die Diskussion um eine Legalisierung von Cannabis wird in Deutschland regelmäßig geführt. Die Hamburger FDP hatte auf ihrem Parteitag am vergangenen Samstag die Legalisierung von Cannabis-Konsum gefordert. Sie beschloss, die Lockerung des Cannabis-Verbots in ihr Programm für die Bürgerschaftswahl aufzunehmen. Die Liberalen sehen die Kriminalisierung des Cannabis-Konsums als gescheitert an.

Positive Bilanz im US-Bundesstaat Colorado

Für den US-Bundessstaat Colorado erwies sich die Freigabe der Droge überraschenderweise eher als Segen denn als Fluch. Die Wirtschaft boomt, die Kriminalität geht zurück - damit hätte wohl niemand gerechnet. In den USA wird derzeit darüber nachgedacht, diesen Schritt bundesweit zu gehen. Unterstützer sind da: 58 Prozent aller Amerikaner sind für die Freigabe des Stoffs in geringen Mengen für Erwachsene. Und auch Präsident Barack Obama äußerte sich bereits positiv: "Ich denke nicht, dass Haschisch gefährlicher als Alkohol ist."

fme/DPA / DPA
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