VG-Wort Pixel

Testkonzert für Corona-Studie Experiment bei Tim-Bendzko-Konzert: Sind Großveranstaltungen bald wieder möglich?

Tim Bendzko in Leipzig
Tim Bendzko bei dem Testkonzert für die Wissenschaft in Leipzig.
© Sean Gallup / Getty Images
Um die Gefahr von Corona-Ausbrüchen zu minimieren, sind Großveranstaltungen bis mindestens Oktober untersagt. Ist ein Neustart danach möglich? Ein Testkonzert mit Tim Bendzko in Leipzig soll bei der Risikobewertung helfen.

Können Großveranstaltungen in Zeiten von Corona stattfinden oder ist das Risko zu hoch? Und wenn ja, wie kann es gehen? Ein Konzert-Experiment der Universitätsmedizin Halle soll neue Erkenntnisse bringen. Am Samstag sammelten die Forscher bei einem Konzert des Popstars Tim Bendzko in Leipzig entsprechende Daten - mehrere Tausend Besucher halfen freiwillig mit.

Eigentlich sind in Deutschland solche Großveranstaltungen noch bis voraussichtlich Ende Oktober untersagt. Aber dieses Konzert diente der Wissenschaft, es fand im Rahmen der Studie "Restart-19" statt. Ziel der Studie ist es, so die Mediziner, ein mathematisches Modell zu entwickeln, das bei der Risikobewertung solcher Veranstaltung hinsichtlich eines Corona-Ausbruchs helfen soll. 

Testkonzert für die Wissenschaft

2210 Fans hatten sich zunächst registriert - zu wenige. Weil die Mediziner ursprünglich mit 4200 Teilnehmern spekuliert hatten, war die Frist mehrfach verlängert worden. Auch spontane Anmeldungen waren möglich gewesen. Wie viele Probanden am Ende tatsächlich in der Halle waren, blieb zunächst unklar.

Wer dabei war, musste sich auf ein Konzerterlebnis der besonderen Art einlassen. Denn bei dem Experiment stand nicht der Auftritt von Bendzko im Vordergrund, sondern das Verhalten der Besucher. Wie bewegen sie sich? Wo ist das Risiko einer Ansteckung besonders hoch? Wie verteilen sich Aerosole im Raum?

Freiwillige beim Testkonzert
Mehrere Tausend Freiwillige beteiligten sich an dem Testkonzert, das im Rahmen der Studie "Restart-19" stattfand.
© Hendrik Schmidt / DPA

Damit das Testkonzert nicht selbst zum Superspreader-Event wurde, mussten sich die Teilnehmer an umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen halten. Bereits vorab hatte sich jeder Freiwillige auf Covid-19 testen lassen müssen. Aber damit war es selbstverständlich nicht getan. So arbeiteten die Forscher unter anderem mit Sensoren und fluoreszierendem Desinfektionsmittel. 

Ohne Corona-Test kein Einlass

Los ging es bereits am Morgen. Bevor die Probanden in die Halle durften, wurde Fieber gemessen. Danach bekamen sie sogenannte Contact Tracer. Diese Tracer dokumentieren die Wege, welche die Besucher während des Konzerts gehen.

Mit Hilfe des Desinfektionsmittels wollen die Forscher ablesen, welche Flächen von den Konzertbesuchern besonders oft angefasst werden. So sollen später coronakonforme Abstands- und Hygienemaßnahmen entwickelt werden. Außerdem mussten alle Besucher während des Aufenthalts in der Halle eine FFP2-Maske tragen. 

Dreimal konzertierte Tim Bendzko an diesem Tag, jedes Mal allerdings nur rund 20 Minuten. Das Testkonzert war das erste Live-Konzert in der Leipzig Arena seit März. Finanziert wird der Großversuch von den Bundesländern Sachsen und Sachsen-Anhalt. Die Ergebnisse sollen im Herbst vorliegen. 

Quellen: MDR, RND,  dpa

tpo

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker