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Leer: Kind stirbt bei rätselhaftem Badeunfall

Nach einem Badeunglück im ostfriesischen Leer ist ein acht Jahre altes Mädchen gestorben. Die Mutter des Kindes und seine beiden Geschwister ringen weiterhin mit dem Tod. Inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung.

Im ostfriesischen Leer ist ein achtjähriges Mädchen an den Folgen eines Badeunfalls gestorben. Am Sonntag war es zusammen mit seiner Mutter und zwei Geschwistern auf dem Grund eines Hallenbad-Beckens entdeckt worden. Die Frau und die übrigen Kinder befinden sich weiter in Lebensgefahr, wie eine Polizeisprecherin mitteilte. Die Staatsanwaltschaft Aurich leitete Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Unbekannt ein. Hintergrund und Ablauf des Unglücks vom Sonntagnachmittag sind nach Angaben des Staatsanwalts völlig unklar. "Es ist völlig rätselhaft, was abgelaufen ist und warum es passiert ist", sagte er.

Auch die Ursache des Todes des kleinen Mädchens war zunächst nicht bekannt. Es gebe keine Hinweise auf ein Fremdverschulden oder Selbstmordabsichten, hatte zuvor die Polizeisprecherin erklärt. Das Obduktionsergebnis wird nach Angaben des Staatsanwalts erst für den Dienstag erwartet. Die Befragung von zehn Zeugen sowie des Familienvaters habe noch keine Aufschlüsse gegeben.

Reglos am Beckenboden gefunden

Die vietnamesische Frau, ihr siebenjähriger Sohn und zwei Töchter im Alter von fünf und acht Jahren waren am Sonntagnachmittag im Hallenbad von Leer leblos am Boden des Beckens entdeckt worden. Sie konnten von Badegästen und Bademeistern geborgen und erfolgreich reanimiert werden, schwebten aber am Montag zunächst weiterhin in Lebensgefahr. Das ältere der beiden Mädchen starb dann in einer Spezialklinik in Oldenburg.

Die Ermittlungen müssen laut Polizei auch klären, ob die vier Verunglückten überhaupt schwimmen konnten: Zunächst war die Familie im Nichtschwimmerbereich gesehen worden, doch sie verunglückte im Schwimmerbereich. Nach ersten Aussagen des vietnamesischen Familienvaters seien Frau und Kinder regelmäßig zum Schwimmen gegangen. Neben den drei verunglückten Kindern hat die Familie noch einen weiteren Sohn.

Nach den bisherigen Ermittlungen der Polizei kamen die Mutter und ihre drei Kinder am Sonntag gegen 15.15 Uhr und damit eine Dreiviertelstunde vor Badeschluss in das Hallenbad der Stadt und gingen ins Schwimmbecken. Gegen 15.35 Uhr wurden ihre Körper in rund zwei Meter Tiefe am Boden liegend festgestellt. "Es gab keinen Hilferuf, kein lautes Planschen - es gab nur eine seltene Stille", sagte der Geschäftsführer des Hallenbads. Zu dem Zeitpunkt waren 20 bis 30 Kinder sowie zehn Erwachsene in dem Becken. Die Polizei rief sämtliche Anwesenden zu Zeugenaussagen auf.

AP/DPA / AP / DPA