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Lukrativer Nebenverdienst: Soldaten arbeiten angeblich illegal in Krisengebieten

Einem Zeitungsbericht zufolge haben deutsche Soldaten und Polizisten in den letzten Jahren illegal für private Sicherheitsfirmen in Kriegsgebieten gearbeitet. Es drohen dienstrechliche Konsequenzen.

Dutzende deutsche Soldaten und Polizisten haben nach einem Zeitungsbericht in den vergangenen Jahren illegal für private Sicherheitsfirmen in Kriegsgebieten gearbeitet. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (FAS) unter Berufung auf Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen sowie Soldaten. Es handele sich um Tätigkeiten für deutsche und ausländische Firmen etwa in Afghanistan oder auf Handelsschiffen am Horn von Afrika. Sie verstießen damit gegen das Soldaten- und das Beamtengesetz.

Mitarbeiter von Sicherheitsfirmen berichteten laut "FAS" unabhängig voneinander, sie hätten wiederholt mit aktiven Soldaten und Polizisten zusammengearbeitet. Bestätigt hätten dies mehrere Soldaten, davon einer im aktiven Dienst.

Dem Verteidigungsministerium liegen nach Angaben eines Sprechers keine Erkenntnisse dazu vor. Er sagte am Samstag der Deutschen Presse-Agentur, in Ausnahmefällen dürften Soldaten Nebentätigkeiten annehmen, müssten diese aber vom Dienstherrn genehmigen lassen.

Das Ministerium teilte der Zeitung mit, sollten aktive Soldaten für private Sicherheitsunternehmen ohne Genehmigung arbeiten, hätten sie "bereits durch die Nichtanzeige und ein unterlassenes Genehmigungsersuchen gegen ihre Dienstpflichten verstoßen".

Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold forderte in der Zeitung dienstrechtliche Konsequenzen, sollten Soldaten und Polizisten tatsächlich illegal im Ausland arbeiten. Auch der Grünen-Obmann im Verteidigungsausschuss, Omid Nouripour, sagte: "Derartige Nebentätigkeiten aktiver Soldaten dürfen nicht geduldet werden."

be/DPA / DPA
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