HOME

Unsitte "Manspreading": Zu breitbeinig in der U-Bahn: Zwei Männer verhaftet

Warum brauchen Männer in öffentlichen Verkehrsmitteln so viel Platz? In den USA wird das so genannte "Manspreading" heiß diskutiert - so heiß sogar, dass es schon unter Strafe steht.

Wer in der U-Bahn zu viel Platz einnimmt, kann in New York schon mal in Schwierigkeiten geraten

Wer in der U-Bahn zu viel Platz einnimmt, kann in New York schon mal in Schwierigkeiten geraten

Es ist seit einiger Zeit ein Aufregerthema in New York City: Männer, die beim Sitzen in den öffentlichen Verkehrsmitteln ihre Beine besonders weit auseinanderdrücken. Jeder war schon einmal zwischen zwei solcher Nahverkehrssünder eingekeilt - kein Wunder also, dass in zahlreichen Blogs kräftig über die Unsitte geschimpft wird. Bei Tumblr gibt es ebenfalls beweiskräftige Bilderstrecken zum Thema "Men Taking Up Too Much Space On The Train". Das staatliche New Yorker Verkehrsunternehmen MTA startete zudem eine Anti-"Manspreading"-Kampagne in der 18-Millionen-Metropolregion.  Doch jetzt berichten das "New York Magazine" und weitere lokale Medien von zwei Männern, die für ihr platzraubendes Verhalten in der U-Bahn verhaftet wurden.


Allerdings sollen die beiden Lateinamerikaner kurz darauf wieder auf freien Fuß gesetzt worden sein - dem Richter sei die Uhrzeit der Verhaftung um kurz nach Mitternacht seltsam vorgekommen. Es sei zweifelhaft, dass der Waggon zu der Uhrzeit tatsächlich so überfüllt gewesen sein soll, dass andere behindert worden seien Auch das "New York Magazine" vermutet bei der Festnahme eher einen rassistischen Hintergrund seitens der Polizisten und verweist deshalb auf einen Bericht über das Sitzverhalten eines Superstars in der Bahn: "Hey Tom Hanks, Du solltest lieber aufpassen! Ha-ha, nee, du bist ja weiß."

Der konkrete Fall bedeutet also nicht die nächste Stufe im Kampf gegen das ärgerliche Phänomen "Manspreading", trotzdem wird das rücksichtslose Verhalten der Passagiere in Bus und Bahn auch hierzulande längst heftig diskutiert: "So groß kann dein ******* nicht sein!"# überschrieb zum Beispiel "Der Freitag" eine Kolumne zum Thema, in der die Frage gestellt wird: "Warum zur Hölle gibt es Männer, die meinen, sie bräuchten zwei Sitzplätze für ihr Geschlechtsteil?"

Auch die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) starteten zu Jahresbeginn eine Imagekampagne für mehr Höflichkeit und Rücksichtnahme im öffentlichen Nahverkehr. Allerdings betonte BVG-Sprecherin Petra Reetz, dass das platzraubende "Manspreading" in Berlin noch kein Problem darstelle: "Wir haben keine New Yorker Verhältnisse."

Aber auch den New Yorker Verkehrsbetrieben geht es nicht primär um männliches Dominanzgehabe, sondern schlicht um den Platzbedarf. Ebenso schlimm wie Manspreading ist daher das SheBagging.

< script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8">< blockquote class="twitter-tweet" lang="de">

Some impressive #manspreading being displayed on a Monday evening commute. #Seattle pic.twitter.com/6C9I5wHadh

— Matt Allinson (@m_allinson) 28. April 2015< script async src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8">< blockquote class="twitter-tweet" lang="de">

#shebagging shut up about #manspreading pic.twitter.com/URB1OQFRiu

— Men's Rights Quincy (@cjn159u) 31. Mai 2015


tim