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Masern-Streit vor Gericht: Impfgegner muss 100.000 Euro an Arzt zahlen

Ein Impfgegner muss in einem kuriosen Streit um die Existenz von Masernviren 100 000 Euro an einen Arzt zahlen. Das hat das Landgericht Ravensburg entschieden.

Der Biologe hatte im Jahr 2011 demjenigen eine entsprechende Prämie ausgelobt, der die Existenz und Größe der Masern-Viren mit Hilfe von wissenschaftlichen Publikationen belegen könne. Der Mediziner hatte genau das getan und die Summe vor Gericht eingefordert. Die Richter gaben ihm Recht.

Masern-Viren existieren wirklich

Die Kriterien des Preisausschreibens seien formal und inhaltlich erfüllt worden, begründete die Kammer ihr Urteil. Aufgrund der Ausführungen eines Sachverständigen gebe es keinen Zweifel an der Existenz des Virus und daran, dass dem Kläger der geforderte Nachweis gelungen sei.

Der Impfgegner muss daher die 100.000 Euro an den Arzt zahlen. Er kündigte nach dem Urteil an, in Berufung zu gehen.

"Keine Zweifel an der ansteckenden Natur der Krankheit"

Das Landesgesundheitsamt im Regierungspräsidium Stuttgart begrüßte die Entscheidung des Gerichts und appellierte an Eltern und junge Erwachsene, sich und ihre Kinder impfen zu lassen. "Wer sich ernsthaft mit den Masern beschäftigt, hat keinen Zweifel an der ansteckenden Natur dieser Krankheit", sagte der Impffachmann der Behörde, Günter Pfaff.

lib/DPA / DPA
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