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Winnemuth: Um es kurz zu machen: Glücklich sein: Do it yourself

Wir können auf die guten Momente im Leben warten – oder wir schaffen sie uns selbst. Schließlich weiß doch jeder, was ihn glücklich macht.

Glücklich sein: Do it yourself, rät Meike Winnemuth

Glück ist nichts, was einem zustößt, für Glück muss man selber sorgen.

Später in dieser Kolumne werde ich Ihnen verraten, wie Sie jeden verbliebenen Tag dieses bisher doch eher mäßigen Jahres ein bisschen glücklicher sein können – aber zunächst der theoretische Teil. Glück ist nichts, was einem zustößt, für Glück muss man selber sorgen. Natürlich gibt es Momente, in denen genau vor einem jemand aus einer maßgeschneiderten und völlig legalen Parklücke herausfährt. Oder Momente, in denen man überraschend einen leicht verwaschenen Fünfziger in einer Hosentasche findet – aber auch für dieses Glück hat man ja gesorgt, indem man ihn irgendwann reingesteckt und vergessen hat.

Menschen mit Glücksbegabung

Nach meinem Kenntnisstand gibt es im Wesentlichen zwei Methoden, für Glück zu sorgen. Erstens: richtige Reaktion. Das Talent, auch blöden Situationen (geplatzter Vorderreifen etc.), widrigen Umständen (Schneeregen etc.) und sehr blöden widrigen Umständen (Mann verlässt einen etc.) mit Gelassenheit zu begegnen. Wird schon zu was gut gewesen sein, sagen sich Menschen mit Glücksbegabung. Oder sie stellen die beste Frage von allen, um momentanem Unglück den Stachel zu ziehen: Wird es in einem Jahr noch wichtig sein? Werde ich mich überhaupt daran erinnern? (Okay, an den Mann vielleicht verschwommen, aber sonst …)

Methode zwei, deutlich besser: richtige Aktion. Etwas tun, das einen glücklich macht. Das ist so banal, dass es inzwischen zu einem allgegenwärtigen Wandtattoo geworden ist ("Do more of what makes you happy"), aber es ist erstaunlich, wie wenig Leute von dieser simplen Methode Gebrauch machen. Oder wie selten sie es tun. Wie sehr das Glücklichsein verschoben wird auf den nächsten Urlaub oder die Rente oder jenen fernen Tag, an dem endlich, endlich die To-do-Liste abgearbeitet ist.

Stattdessen plädiere ich dafür, einen weiteren Punkt auf die To-do-Liste zu setzen: selbst gemachtes Glück – und sei es für drei Minuten. Ich lese derzeit jeden Morgen eine Seite in einem Buch, das völlig zu Recht "Ein Jahr voller Wunder" betitelt ist. Die britische Radiomoderatorin Clemency Burton-Hill, eine Frau mit Ahnung, Geschmack und Humor, stellt darin 366 klassische Musikstücke vor, jeden Tag eins auf einer Seite und manchmal nur in wenigen Zeilen. Bevor es losgeht mit dem Tag, der Arbeit, den E-Mails, dem Abwasch, sitze ich einfach nur für drei oder elf Minuten da und höre Musik (Playlists gibt es auf Spotify, Apple Music, für lau auf Youtube). Teetrinken ist erlaubt, geschlossene Augen helfen, sind aber keine Bedingung, Hunde dürfen gestreichelt werden.

Video: Das Brett, das die Welt bedeutet

Andere Menschen machen morgens Yoga oder meditieren, das habe ich nie geschafft, aber dies ist mein tägliches Stärkungsmittel, eine Dosis Glück, völlig rezeptfrei. Was Clemency Burton-Hill da für uns ausgesucht hat, sind keine Greatest Klassik-Hits, die man kennen muss, um sich für halbwegs zivilisiert zu halten, sondern einfach nur Lieblingsstücke, jeden Tag ein neues, überreicht in einem Schächtelchen. Es ist ein bisschen so wie damals, als die Jungs noch Mixtapes als Liebesgaben bastelten und ihre ganze Seele reinlegten. Du, hör doch mal, sagt Clemency, vielleicht macht es dich so froh wie mich, diese Romanze von Clara Schumann oder dieses Elektroding von Steve Reich oder diese Cavatina von Beethoven, die man 1977 auf einer goldenen Langspielplatte ins Weltall schoss, um potenziellen Aliens die Menschheit näherzubringen.

Es gibt andere Methoden für ein tägliches kleines Glück, es gibt Marzipan, es gibt die fantastische App "DailyArt", die einem jeden Tag ein neues Kunstwerk erklärt, es gibt Küsse. Aber es gibt keine Ausrede, wenn man auf all die Glücksangebote, die die Welt einem macht, schnöde verzichtet.

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18jähriger Kater und Welpe geht das?
Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich Hallo, wir haben einen 18-jährigen Kater der aber noch recht fit ist. Er ist zwar eigentlich nur zu meiner Mutter anhänglich also kommt immer am Abend auf die Couch und lässt sich streicheln von ihr sonst ist er eigentlich den ganzen Tag in seinem Bett im Keller oder oben auf einer Decke die im Schrank liegt. Erzieht sich also zurück. Nun ist der Wunsch nach einem Welpen doch sehr groß und der einzige Grund der dagegen spricht oder der infrage kommt warum wir keinen holen würden wäre unser Kater. Habt ihr Erfahrung mit alten Katzen und welchen gemacht? Unser Kater ist nämlich eigentlich nicht So gut auf Hunde zu sprechen also wenn ein Hund an seinem Garten vorbeigeht springt er schon hinterm Zaun ein bisschen hoch und fängt an zu fauchen. Denkt ihr nicht das Man wird vorsichtiger Eingewöhnung es schaffen könnte dass die beiden sich verstehen? LG und danke im Voraus