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Mexiko-Stadt: Hitler soll Bürgern Benehmen beibringen

In Mexiko-Stadt könnte Adolf Hitler die Bewohner bald von Plakaten zu besserem Benehmen im Straßenverkehr auffordern. Bin Laden ermahnt schon jetzt die Bürger: "Von wem willst du es denn noch hören, bevor du es beachtest?"

Adolf Hitler mit einer Dohle auf der Schulter

Adolf Hitler: Mit einem Plakat des Diktators soll in Mexiko-Stadt für Ordnung im Straßenverkehr gesorgt werden

Mit einer ungewöhnlichen Kampagne will eine Bürgerinitiative die Einwohner von Mexiko-Stadt zu rücksichtsvollem Verhalten bewegen: Auf Plakaten ermahnen Saddam Hussein, Osama bin Laden oder Mutter Teresa.

Derzeit werben Abbildungen von Saddam Hussein, Osama bin Laden und Mutter Teresa für einen geregelteren Umgang der Menschen in der 18-Millionen-Metropole. In Sprechblasen fordern sie Verkehrsteilnehmer auf, keine Schmiergelder an Verkehrspolizisten zu zahlen oder nicht in zweiter Reihe zu parken. Zu den ungleichen Botschaftern dürften sich den Initiatoren zufolge demnächst Hitler, Mahatma Ghandi und US-Präsident George W. Bush gesellen.

"Ich sorge mich um dein Leben"

"Zum Teufel, zahle keine Schmiergelder", ruft etwa Mutter Teresa den Bewohnern der mexikanischen Hauptstadt zu. Einige Straßen weiter warnt ein grimmiger Saddam: "Parke nicht in zweiter Reihe, du könntest Chaos verursachen". Bin Laden dagegen ermahnt Fußgänger, stark befahrene Straßen über eigens für sie errichtete Brücken zu queren: "Ich sorge mich um dein Leben." Auf jedem der Plakate ist der Slogan zu lesen: "Von wem willst du es denn noch hören, bevor du es beachtest?"

Die ungewöhnliche Kampagne geht auf die Bürgerinitiative "Muevete Por Tu Ciudad" (Rühr dich für deine Stadt) zurück. Claudia Adeath von der Gruppe erklärt, die Poster seien ironisch gemeint. "Sie sind ein Weg, die Aufmerksamkeit der Leute zu erregen." Adeath ergänzt: "Wir wollen Aufregung auslösen. Wir haben es alle satt, in diesem städtischen Chaos zu leben. Jeden Tag gegen andere Fahrer in den Kampf zu ziehen, ist eine entsetzliche Energieverschwendung und weckt Wut in den Menschen." Warum auch Diktatoren und Terroristen als Motive für die Kampagne gewählt wurden, erklärte die Organisation nicht. "Ziel ist es, die Menschen verantwortlicher zu machen", hieß es lediglich.

Reuters/AP / AP / Reuters