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Missbrauchsskandal im Kloster Ettal Zurückgetretener Abt Bögle wieder im Amt


Der Abt der Benediktinerabtei Ettal, Barnabas Bögle, ist nach seinem Rücktritt im Missbrauchskandal der katholischen Kirche wieder im Amt. Der Vatikan bestätigte die Wahl des Abtes. Gleiches gilt für den Leiter der Klosterschule, Maurus Kraß, der wie Bögle im Februar zurückgetreten war.

Rund viereinhalb Monate nach seinem Rücktritt im Zusammenhang mit dem Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche ist der Abt des Klosters Ettal, Barnabas Bögle, wieder im Amt. Nach Angaben der Abtei wurde Bögle bereits am Sonntag zum Abt gewählt und die Wahl am Montag durch den Vatikan bestätigt. Der ebenfalls im Februar zurückgetretene Prior der Benediktinerabtei, Maurus Kraß, ist auch wieder im Amt. Er soll demnach wieder Leiter der Klosterschule werden. Ein entsprechender Antrag sei bereits beim bayerischen Kultusministerium gestellt worden.

Bögle und Kraß waren im Februar nach Bekanntwerden von Missbrauchsfällen im oberbayerischen Kloster Ettal von ihren Ämtern zurückgetreten. In beiden Fällen war dies damit begründet worden, sie hätten mutmaßliche Missbrauchsfälle nicht gemeldet. Sie waren in der vergangenen Woche durch den Vatikan im Zuge der Apostolischen Visitation rehabilitiert worden

Elternbeirat begrüßt Entscheidung

In einer Erklärung betonte Abt Barnabas, er verstehe die Wiedereinsetzung der Klosterleitung als Verpflichtung, mit Transparenz und Entschiedenheit die Aufklärung und Aufarbeitung der Missbrauchsfälle voranzutreiben. "Nichts darf vertuscht werden und es darf kein Wegschauen geben." Mit erneuerter Kraft stehe die Klosterleitung nun für Gespräche zur Verfügung. Man sei mit Opfern und Opferschutzverbänden in intensivem Kontakt.

In einer auf der Homepage von Radio Vatikan und domradio.de veröffentlichten Erklärung begrüßte der Elternbeirat des Benediktinergymnasiums Ettal die Rehabilitierung von Bögle und Kraß durch den Vatikan. Die Entscheidung sei "mit großer Erleichterung" aufgenommen worden. Man hoffe nun auf die "Rückkehr zu einem gewöhnlichen, unbelasteten Schulalltag", hieß es in der Erklärung.

In einem im März vorgelegten Zwischenbericht zu den Missbrauchsfällen in Ettal war der eingesetzte Sonderermittler Thomas Pfister zu dem Schluss gekommen, dass in dem Kloster Schüler "über Jahrzehnte hinweg massiv misshandelt" wurden. Betroffene hätten von körperlichen Übergriffen bis hin zur Prügelstrafe berichtet.

zen/AFP AFP

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