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Fall Anke Hübschmann: Unbekannter taucht 20 Jahre nach Mord am Tatort auf

Die Polizei sucht den Mörder einer jungen Frau, die 1994 getötet wurde. Nun gibt es eine neue mögliche Spur: Eine Kamera hat einen Mann gefilmt, der 20 Jahre nach dem Verbrechen am Tatort auftauchte.

Die Polizei sucht im Fall Hübschmann diesen Mann. Er war der einzige, der am Tatort verweilte, während andere Spaziergänger achtlos vorbei gingen.

Die Polizei sucht im Fall Hübschmann diesen Mann. Er war der einzige, der am Tatort verweilte, während andere Spaziergänger achtlos vorbei gingen.

Anke Hübschmann war 20 Jahre alt, als sie 1994 nach einem Diskobesuch in einem Waldgebiet bei Großröhrsdorf in Sachsen tot aufgefunden wurde. Die Ermittler sind sich sicher: Hübschmann wurde ermordet. Ein Täter wurde jedoch nie gefunden. Nun gibt es offenbar eine neue Spur.

Wie die MDR-Sendung "Kripo live" berichtet, wurde am 20. Todestag der jungen Frau ein Mann gefilmt, der am Tatort auftauchte. Die Aufnahmen stammen bereits aus dem vergangenen Jahr - da hätten die Ermittler die Stelle, an der die Leiche gefunden wurde, eine Zeit lang per Video überwacht, heißt es. Die Staatsanwaltschaft Görlitz hat die Bilder nun erstmals für die Öffentlichkeit freigegeben.

Zu sehen ist eine abgelegene Stelle im Wald. Plötzlich erscheint ein älterer Mann, er trägt eine schwarze Schirmmütze. Der Mann bleibt stehen, hält kurz inne und schaut auf eine Stelle im Unterholz. Dann geht er weiter. Die Kripo sucht nun nach dem Unbekannten. "Er war der Einzige, der an der Stelle verharrt hat, alle anderen sind weitergefahren ohne die Stelle zu beachten", sagte Till Neumann, Sprecher der Staatsanwaltschaft Görlitz, zum stern. Er betonte jedoch: "Wir suchen den Mann als Zeugen, nicht als Täter."

Mordfall Anke Hübschmann: Überwachungskamera zeigt Verdächtigen am Tatort

Neue Zeugenaussagen und DNA-Spuren

Anke Hübschmann hatte in der Nacht vom 25. zum 26. Februar 1994 eine Diskothek in Bretnig besucht, rund dreißig Kilometer östlich von Dresden. Kurz nach Mitternacht machte sie sich laut Polizeiangaben auf den Weg nach Großröhrsdorf, offenbar allein. Sie wollte demnach zu einer Spielothek, kam dort jedoch nie an. Die Leiche von Anke Hübschmann wurde am 23. März 1994 im Waldgebiet Massenei, unweit der Stadt Großröhrsdorf, gefunden. Untersuchungen ergaben, dass die Frau Opfer einer Straftat wurde.

"Die Polizei setzt unverändert alles daran, auch nach so langer Zeit den Fall aufzuklären", teilte die Polizei in Sachsen im vergangenen Jahr mit. Die Ermittlungen wurden seitdem wieder intensiviert. Nach eigenen Angaben ließ die Mordkommission mehrere DNA-Proben untersuchen und erhielt außerdem neue Zeugenaussagen. "Der Mörder wird im örtlichen Umfeld der Frau vermutet", sagte Uwe Neubert, Leiter der Mordkommission.

Die Polizei bittet Zeugen, die mögliche Hinweise geben könnten, sich an das Führungs- und Lagezentrum der Polizeidirektion Görlitz unter der Telefonnummer 03581-46822 oder eine andere Polizeidienststelle zu wenden.

kis