Münster Noch 2000 Menschen ohne Strom


Nach dem Schneechaos im Münsterland sind noch immer 2000 Menschen ohne Strom. Der RWE-Vorstandschef kündigt jedoch an, dass am Abend alle wieder ans Netz angeschlossen sein werden.

Auch fünf Tage nach dem Schneechaos im Münsterland haben noch immer 2000 Menschen keinen Strom. RWE-Vorstandschef Berthold Bonekamp kündigte in der "Bild"-Zeitung an, dass von Mittwochabend an alle Haushalte wieder mit Strom versorgt werden könnten. "Ab Mittwochabend soll weitgehend wieder überall Strom fließen." RWE wolle die Strompreise trotz der hohen Reparaturkosten im Krisengebiet nicht erhöhen. Meist in entlegenen Gebieten sei das Stromnetz noch unterbrochen.

Bonekamp bekräftigte, dass der Konzern für Schäden der Stromkunden nicht aufkommen werde. "Man kann nur Verantwortung für etwas übernehmen, was man auch selbst verursacht hat." Für die Wetterkatastrophe könne RWE nichts. Am Freitag und Samstag waren 50 Strommasten unter der Last großer Schneemassen zusammengebrochen. Bis zu 250.000 Menschen in den Kreis Borken, Steinfurt und Coesfeld saßen tagelang in Dunkelheit und ohne Heizung bei Kerzenschein in ihren Wohnungen oder wichen zu Freunden und in Notquartiere aus.

Stromversorger sollen künftig haftbar für Ausfälle sein

Der Bund der Energieverbraucher hat die Bundesregierung aufgefordert, die Stromversorger künftig für Ausfälle haftbar zu machen. Die derzeitige Haftungsfreistellung sei angesichts der Milliardengewinne der Konzerne ungerecht gegenüber den Verbrauchern, erklärte der Bund am Dienstag in Bonn.

Produktionsausfälle von mehr als 100 Millionen Euro

Unterdessen werden erste Ausmaße der Schäden sichtbar: Allein bei den betroffenen Unternehmen im Münsterland haben Produktionsausfälle einen Schaden von mehr als 100 Millionen Euro verursacht, sagte Wieland Pieper, Geschäftsführer bei der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen. Mehrere tausend Firmen in der Region hätten zum Teil erhebliche Ausfälle zu beklagen.

DPA DPA

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