Die Pläne der Bundeswehr, auf dem Brockengipfel für Nachwuchs zu werben, stoßen bei der Nationalparkverwaltung auf Ablehnung. Der Nationalpark Harz habe als Großschutzgebiet eine besondere Verantwortung für den Schutz und Erhalt geschützter Arten, die sehr empfindlich auf Störungen reagierten, teilte die Nationalparkverwaltung mit. Man sei mit den Plänen vor vollendete Tatsachen gestellt worden. Das Vorhaben der Bundeswehr sei äußerst unsensibel.
Die Nationalparkverwaltung kritisiert, dass die Brockenkuppe Lebensraum seltener und bedrohter Tierarten sei. Gerade die geplanten Hubschrauberlandungen und Tiefflüge seien außerordentlich bedenklich. Man habe der Bundeswehr bereits einen konkreten Alternativvorschlag außerhalb des Nationalparks unterbreitet.
Bundeswehr und Landkreis planen die Aktion
Der Brocken ist der höchste Berg im Mittelgebirge Harz. Vergangene Woche hatte der Landkreis das Karrierecamp der Bundeswehr für Mitte Mai angekündigt. Der höchste Berg Norddeutschlands stehe "im Fokus einer einzigartigen Kampagne zur Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr", heißt es auf der Homepage des Landkreises. Auf dem 1141 Meter hohen Brockenplateau sollen dafür unter anderem verschiedene Zelte errichtet werden.
Der Brocken sei dank seiner zahlreichen Besucher optimal, um die vielfältigen Karrierechancen der Bundeswehr einer breiten Masse vorzustellen, erklärt der Landkreis. Einen Vorgeschmack auf die Aktion im Frühling lieferte die Landung eines Bundeswehrhubschraubers vor einem Hotel, der für "erstaunte Blicke der Brockenbesucher" gesorgt habe.
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) will die Personalstärke der Bundeswehr bis 2035 von derzeit 184.000 auf rund 260.000 aktive Soldatinnen und Soldaten erhöhen. Zudem soll die Zahl der einsatzbereiten Reservistinnen und Reservisten auf 200.000 steigen und damit mehr als verdoppelt werden. Um diese Ziele zu erreichen, sieht die ab diesem Jahr geltende Wehrdienst-Reform vor, dass 18-jährige Männer ab Jahrgang 2008 verpflichtend einen Fragebogen ausfüllen und zur Musterung gehen müssen.