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Keine Rettungsgasse: Notarzt muss kilometerweit über Autobahn zu Schwerverletztem laufen

Auf der A24 in Brandenburg konnten Rettungskräfte nach einem schweren Unfall nicht mit Rettungswagen zur Unfallstelle gelangen. Aufgrund der fehlenden Rettungsgasse mussten sie kilometerweit mit einer Trage zu Fuß gehen.

Ein Notarzt

In Brandenburg musste ein Notarzt kilometerweit über die Autobahn laufen, um zu Unfallopfern zu gelangen

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Nach einem schweren Unfall am Montagnachmittag hatten die Rettungskräfte auf der A24 nahe des brandenburgischen Herzsprung aufgrund einer fehlenden Rettungsgasse große Probleme zur Unfallstelle zu gelangen. Gegen 15 Uhr war ein Transporter von der Fahrbahn abgekommen, hatte sich überschlagen und war in einem Waldstück gelandet. Die Rettungskräfte erhielten zunächst die Information, die beiden österreichischen Insassen könnten sich nicht selbständig befreien. Was sich später jedoch glücklicherweise als falsch heraus stellte. Die Verletzten konnten sich zwar aus dem Fahrzeug retten, brauchten aber trotzdem medizinische Versorgung.

Autos blockieren Rettungsgasse

Beim Eintreffen der Rettungskräfte mussten diese jedoch mit Entsetzen feststellen, dass sie durch die viel zu schmale Rettungsgasse nicht durchpassten. Wie "shz.de" berichtet, hätte sich eine zunächst gebildete Lücke wieder geschlossen, nachdem erste Rettungsfahrzeuge hindurchgefahren waren. Weitere Einsatzfahrzeuge kamen nicht mehr durch. Insgesamt erreichten nur drei der sechs alarmierten Fahrzeuge die Verletzten. Darunter waren zwei Feuerwehrfahrzeuge und ein Streifenwagen. Für alle anderen war am Ende des Staus Stopp.

Das Schlimmste: Ein Notarzt musste in der Folge vier Kilometer zur Unfallstelle laufen, um die Opfer zu versorgen. Die Sanitäter waren gezwungen, die medizinischen Geräte auf eine Trage zu packen und sie so eine halbe Stunde lang durch den Stau zu schieben. "Eine Katastrophe" sagt der im Bericht zitierte Steffen Müller von der Freiwilligen Feuerwehr Wittstock.

Probleme durch schlechte Baustellenplanung

Laut des Feuerwehrmanns läge die Schuld jedoch nicht allein bei den Autofahrern, da die Situation durch eine Baustelle zusätzlich verengt gewesen sei. Allerdings hätte es vorher eine Gasse gegeben, welche wieder geschlossen worden sei. Dies komme wohl häufiger vor, erklärte Müller der Märkischen Allgemeinen. Oft ließen Autofahrer zwar das erste Fahrzeug durch, schlössen jedoch im Anschluss wieder die gebildete Lücke. Die Rettungsgasse, so betont er, müsse jedoch immer frei bleiben. Sein Tipp: Bei engen Fahrbahnen, am besten nur auf der linken Seite einreihen.

Die beiden Unfallopfer mussten schwerverletzt ins Krankenhaus Neuruppin gebracht werden, schweben laut Autobahnpolizei allerdings nicht in Lebensgefahr.

rös/ari
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