VG-Wort Pixel

Maßnahme gegen Raser Neues Gesetz in Österreich: Rasern soll jetzt das Auto weggenommen werden – dauerhaft

Schnell fahren: Grundsätzlich erlaubt, bei zu schnellem Fahren ist in Österreich allerdings das Auto in Gefahr.
Schnell fahren: Grundsätzlich erlaubt, bei zu schnellem Fahren ist in Österreich allerdings das Auto in Gefahr.
© Imago Images
In einigen Ländern ist es bereits heute gängige Praxis: Wer zu schnell fährt, dem wird nicht nur der Führerschein, sondern gleich das ganze Auto weggenommen. Nun will auch Österreich ein entsprechendes Gesetz beschließen.

Wer in Österreich zu schnell unterwegs ist, muss bald mit drastischen Strafen rechnen: Statt wie bisher um Bußgelder und den Führerschein soll es nach einem neuen Gesetz auch gleich um das ganze Auto gehen. Das kündigte Verkehrsministerin Leonore Gewessler von den österreichischen Grünen an.

Konkret sollen Autos nach dem neuen Gesetz beschlagnahmt werden können, wenn der Fahrer das geltende Tempolimit innerorts um mindestens 60 Stundenkilometer oder außerhalb von Ortschaften um mindestens 70 Stundenkilometer überschreitet – die Regelung gilt also nur für sehr drastische Fälle von Geschwindigkeitsüberschreitungen.

Ebenfalls sollen durch das neue Gesetz Autos nicht automatisch beschlagnahmt werden. Stattdessen werde zunächst eine Prüfung des bisherigen Fahrverhaltens angeordnet, auf dieser basierend treffen die Behörden dann die Entscheidung über die Beschlagnahmung. Ist das Auto erst einmal beschlagnahmt, soll es kein Zurück mehr geben: "Es gibt eine Geschwindigkeit, bei der wird das Auto zur Waffe", so Gewessler. Diese Waffe wolle man Rasern "sofort und dauerhaft abnehmen können".

Gewessler begründet die Maßnahme mit der großen Gefahr, die von überhöhten Geschwindigkeiten ausgehe: "Extreme Raserei ist lebensgefährlich für alle anderen Menschen auf der Straße", sagte die Ministerin. Zuletzt hab es zum Beispiel in Wien den Fall eines Autofahrers gegeben, der mit Tempo 104 in einer 30er-Zone unterwegs gewesen sei.

Lage in anderen Ländern

Sollte das Gesetz in Kraft treten, würde Österreich damit dem Beispiel von anderen europäischen Ländern folgen: In der Schweiz und Italien gibt es bereits ähnliche Gesetze. Zuletzt hatte zudem Dänemark entsprechende Gesetze verschärft. Dort kann das Auto sogar beschlagnahmt werden, wenn der Halter nicht selbst zu schnell gefahren ist.

Im November sorgte dort ein Fall für Aufsehen, bei dem ein Mann mit einem geliehenen Porsche mehr als 100 Stundenkilometer zu schnell unterwegs war und dadurch das Auto beschlagnahmt und versteigert wurde. In Deutschland können Autos nach Angaben des ADAC nur nach illegalen Autorennen beschlagnahmt werden.

Quellen: dpa, "Der Standard"

DPA

Mehr zum Thema

Newsticker