HOME

Polizei: Tote Babys in Berlin und Thüringen gefunden

Kurz nach den Kindstötungen in Darry und Plauen sind schon wieder tote Kinder gefunden worden: In einem Plattenbau im thüringischen Nordhausen fand die Polizei ein totes Baby. Auch in einer Berliner Wohnung entdeckten Polizeibeamten die Leichen einer Mutter und ihres Babys.

Im thüringischen Nordhausen ist ein Baby kurz nach der Geburt gestorben, weil es offensichtlich nicht versorgt wurde. Notarzt und Polizei fanden den unterkühlten und leblosen Säugling in der Wohnung einer 27-jährigen Mutter, wie die Polizei in Nordhausen mitteilte. Der Arzt habe noch versucht, das kleine Mädchen auf dem Weg ins Krankenhaus zu reanimieren. Nach ersten Ermittlungen hatte die Frau das Kind allein im Bad ihrer Plattenbauwohnung entbunden. Nach der Geburt sei es dann aber offensichtlich nicht versorgt worden.

Zum Zeitpunkt der Geburt sollen sich auch der neunjährige Sohn der Kindesmutter sowie dessen gleichaltriger Freund in der Wohnung aufgehalten haben. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen wegen Totschlag-Verdachts gegen die Frau ein.

Junge Frau alarmierte Selbsthilfegruppe

Am späten Nachmittag hatte sich die junge Frau bei einer Selbsthilfegruppe in Hamburg gemeldet und mitgeteilt, dass sie entbunden habe und das Kind nun wahrscheinlich tot sei. Die Selbsthilfegruppe alarmierte daraufhin Rettungsdienste und Polizei.

Eine Obduktion soll Aufschluss über die genauen Umstände der Geburt und die Lebensfähigkeit des Säuglings bringen. Die Mutter wurde in ein Krankenhaus gebracht. Der neunjährige Sohn wird zurzeit von Nachbarn versorgt. Ein Polizeisprecher sagte, die Wohnung habe sich nicht in einem verwahrlosten Zustand befunden. Die Frau habe bislang keine Angaben gemacht.

Ein weiterer Fall ereignete sich in einer Berliner Wohnung. Dort sind die Leichen eines sechs Wochen altes Mädchen und seiner Mutter gefunden worden. Eine Obduktion soll nach Angaben der Polizei die Todesursache klären. Anhaltspunkte für eine Straftat oder eine Selbsttötung habe es zunächst nicht gegeben, sagte ein Sprecher.

Die 24-jährige Mutter hatte den Angaben zufolge Drogenprobleme und Vorerkrankungen. Sie sei bereits während der Schwangerschaft und auch danach vom Kinder- und Jugendgesundheitsdienst sowie dem Jugendamt betreut worden. Sie habe Termine mit den Behörden regelmäßig wahrgenommen, sagte ein Polizeisprecher. Da sie ihn aber den letzten versäumte, habe eine Mitarbeiterin des Jugendamtes versucht, die Frau in ihrer Wohnung aufzusuchen. Als ihr nicht geöffnet wurde, habe sie Polizei und Feuerwehr alarmiert.

DPA / DPA