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Kiffen mit Rezept: Polizisten vernichten Joint - und müssen jetzt für den Schaden aufkommen

Ein Mann wird im Mai von Zivilfahndern beim Kiffen erwischt. Die Polizisten nehmen ihm den Joint weg. Nun müssen die Beamten das Cannabis bezahlen. Es war nämlich verschreibungspflichtig.

Mann raucht auf Parkbank

Der Mann wurde mit einem Joint "erwischt" - diesen rauchte er jedoch ganz legal (Symbolbild)

Er saß auf einer Parkbank an der Isar und zog genüsslich an seinem Joint. So fanden die Beamten einen Mann vor, dem sie daraufhin den Joint wegnahmen und diesen unverwendbar machten. Der "Kiffer" legte Beschwerde ein und einige Monate später bekam er Recht: Die Polizei München hat den Joint zu bezahlen.

Die "Bild"-Zeitung berichtete, wie Christoph N. am 11. Mai von den Zivilfahndern aufgegriffen und als "Junkie" bezeichnet wurde. Der Mann entgegnete, dass das Cannabis in seinem Joint verschreibungspflichtig sei; er konnte sogar ein mitgeführtes Rezept vom Arzt aufweisen, das ihm zudem erlaubte, in der Öffentlichkeit Cannabis zu rauchen - doch die Beamten berücksichtigten das nicht. 

Christoph N. beschwerte sich bei der Dienstaufsichtsbehörde. Schlussendlich bekam der Geschädigte Recht: Die Polizei musste für seine Medizin im Wert von 6,60 Euro aufkommen. Das war für ihn notwendig und nicht illegal.

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Cannabis auf Rezept seit März möglich

Im Frühjahr wurde die Nutzung von Cannabis für medizinische Zwecke liberalisiert, die Zahl der Therapien stieg seitdem rasant. Der Wirkstoff THC kann beispielsweise bei Multipler Sklerose und gegen chronische Schmerzen helfen. Auch Appetitlosigkeit bei Chemotherapien kann er lindern.

Seit März können Menschen bei schwerwiegenden Erkrankungen und als Palliativ-Behandlung im Einzelfall Cannabis auf Rezept bekommen. Wenn der Arzt nachweisen kann, dass keine andere anerkannte Therapie dem Patienten hilft, sollen die Krankenkassen die Kosten für Cannabispräparate oder für getrocknete Cannabisblüten bezahlen. Diese hätten dadurch immense Zusatzausgaben: Eine Cannabis-Therapie kostet im Monat im Schnitt 540 Euro, so wird es zumindest im neuen Gesetz veranschlagt. Viele Anträge wurden bislang abgelehnt, weil nicht immer eine Notwendigkeit des Mittels erkannt wurde; auch Probleme bei der Lieferung hatten zu Anlaufschwierigkeiten geführt.



dm
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