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Privataudienz im Vatikan: Papst lässt Mixa nicht zurück ins Bischofsamt, aber ...

Der ehemalige Augsburger Bischof Walter Mixa darf nicht in sein Amt zurückkehren. Das habe Papst Benedikt XVI. dem 69-Jährigen in einer Privataudienz klargemacht, teilte der Vatikan mit. Allerdings könne Mixa durchaus andere Aufgaben wahrnehmen.

Papst Benedikt XVI. hat den zurückgetretenen Augsburger Bischof Walter Mixa am Donnerstag in Rom zu einer vor Wochen vereinbarten Privataudienz empfangen. Bei dem Treffen habe das Kirchenoberhaupt klargemacht, dass es für Mixa kein Zurück mehr auf den Augsburger Bischofsstuhl gibt, teilte der Vatikan mit. Benedikt habe gesagt, er hoffe jetzt auf Versöhnung und auf ein "neues Sich-Annehmen in der Gesinnung der Barmherzigkeit des Herrn".

Dem Vatikan zufolge gestand Mixa in der Audienz Fehler und Irrtümer ein. Der 69-Jährige werde sich nun "zu einer Zeit des Schweigens, der Sammlung und des Gebets zurückziehen". Nach einer Zeit der Heilung und der Versöhnung solle er dann "wie andere emeritierte Bischöfe für Aufgaben der Seelsorge im Einvernehmen mit seinem Nachfolger zur Verfügung stehen". Mixa hatte vor dem Treffen erklärt, er wolle bei der Audienz seinen Rücktritt und dessen Umstände nicht mehr infrage stellen.

Der frühere Augsburger Bischof hatte sein Amt im April aufgegeben, nachdem ihm Schläge gegen Heimkinder, finanzielle Unregelmäßigkeiten und sexueller Missbrauch vorgeworfen worden waren. Die Ermittlungen wegen sexueller Übergriffe wurden allerdings später eingestellt. Die Prügelvorwürfe und finanziellen Unregelmäßigkeiten stehen weiterhin im Raum, sind aber verjährt. Benedikt hatte Mixas Rücktritt am 8. Mai angenommen und damit auch auf ein Dossier reagiert, in dem dem Geistlichen angebliche Alkoholprobleme und angebliche homosexuelle Annäherungen angelastet wurden. Mixa versuchte später, seinen Rücktritt zu widerrufen, weil er dabei unter Druck gesetzt worden sei. Inzwischen hat er diese Vorwürfe allerdings zurückgenommen, seinen Rücktritt anerkannt und sich entschuldigt.

Mixa will weiter in der Seelsorge arbeiten

"Der Heilige Vater hat mir in einem sehr liebevollen Brief geschrieben, dass ich nach meinem Rücktritt von meinem Bischofsamt in Augsburg immer Bischof bleibe", hatte Mixa am 23. Juni in einem offenen Brief an die Gläubigen auf der Homepage des Augsburger Bistums mitgeteilt. Benedikt habe auch erklärt, Mixa könne "in unterschiedlicher Weise auch geistlich für viele Menschen da sein". Der Ex-Bischof selbst hatte in einem Interview gesagt, er wolle auf jeden Fall gern in irgendeiner Weise wieder in der Seelsorge tätig sein. Mixa und Benedikt kennen sich seit Langem gut.

Die Mixa-Affäre hatte im Bistum Augsburg viel Unruhe ausgelöst. Inzwischen wird bereits über mögliche Nachfolger spekuliert. Doch erst wenn klar sei, wohin Mixa nach einem Auszug aus dem Augsburger Bischofspalais gehe, könne auch über Kandidaten für den Bischofsstuhl diskutiert werden, hieß es. Bis zu einer Neubesetzung können Monate vergehen, und der Vatikan könnte einen Nachfolger von außen benennen.

mad/DPA/APN / DPA
Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?