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Prozesse: Atompilz im Frühstücksfernsehen

Weil sie sich mit einem simulierten Atompilz ins tschechische Frühstücksfernsehen eingehackt hat, muss sich jetzt die Künstlergruppe Ztohoven vor Gericht verantworten - wegen "Panikmache".

Statt Bergidylle und Wetterprognose gab es im vergangenen Juni für die Zuschauer des tschechischen Frühstücksfernsehens die simulierte Detonation einer Atombombe. Verantwortlich für den medialen Supergau um kurz vor acht Uhr morgens war die Künstlergruppe Ztohoven. Die hatte sich in den Sender CT2 in Prag gehackt und einen simulierten Atompilz eingespeist, der aus einem Tal im Riesengebirge aufzusteigen schien. Über dem Bild war die URL der Gruppe eingeblendet, wie eine Art zeitgenössischer Bekennerbrief. Nun soll vor dem Bezirksgericht im nordböhmischen Trutnov der Prozess gegen Ztohoven beginnen. Die Staatsanwaltschaft fordert bis zu drei Jahre Gefängnis für sechs Mitglieder der Gruppe - wegen "Panikmache".