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Forderung radikaler Hindus: Valentinstag-Romantiker sollen zwangsverheiratet werden

Ein Kuss hier, ein kleines Geschenk da: Am Valentinstag zeigen Liebende besonders häufig ihre Gefühle. Radikale Hindus sehen das jedoch gar nicht gerne und fordern die Zwangsheirat für Küssende.

Radikale Hindus wollen alle Pärchen in Indien zwangsverheiraten, die sich am Valentinstag umarmen oder Rosen schenken. Es handle sich um ein "fremdländisches Fest", erklärte die Organisation Hindu Mahasabha gegenüber lokalen Medien. In Indien liebten sich Paare das ganze Jahr über. Mit der Ankündigung zog die Organisation am Donnerstag viel Spott auf sich. "Wenn jemand einen Sponsor für seine Heirat sucht, braucht er nur Hindu Mahasabha am Valentinstag zu treffen", schrieb Preeti Sharma Menon auf Twitter.

"Wenn sich ein Pärchen liebt, muss es heiraten"

Der Präsident der Organisation, Chandra Prakash Kaushik, sagte der Zeitung "Times of India": "Wir sind nicht gegen Liebe, aber wenn sich ein Pärchen liebt, muss es heiraten." Wenn sich jemand noch nicht sicher sei, solle er sich auch nicht zusammen in der Öffentlichkeit zeigen. "Wir werden auch die Eltern informieren", drohte Kaushik.

In den vergangenen Jahren haben radikale Hinduorganisationen Paare am Valentinstag immer wieder geprügelt und gedemütigt. Junge Stadtbewohner in Indien haben heutzutage vor ihrer Heirat oft einen Freund oder eine Freundin - aber meist nur heimlich. Oft verstecken sie sich in Parks oder in der Anonymität einer Shopping Mall. Der Valentinstag gewinnt an Beliebtheit: In den Läden gibt es mittlerweile herzförmige Ballons oder Kuscheltier-Geschenke.

stb/DPA / DPA
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