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Razzia bei Neonazis: Messer, Säbel, Schlagstöcke und Kodexe beschlagnahmt

Die Polizei hat am Freitag 23 Wohnungen und andere Räume von Mitgliedern der rechtsgerichteten "Kameradschaft Märkisch Oder Barnim (KMOB)" durchsucht.

Die Polizei hat am Freitag 23 Wohnungen und andere Räume von Mitgliedern der rechtsgerichteten "Kameradschaft Märkisch Oder Barnim (KMOB)" durchsucht. Bei der Aktion seien im Auftrag des Brandenburger Innenministeriums mehr als 130 Beamte im Einsatz gewesen, berichtete Arne Feuring, der Präsident des Polizeipräsidiums Frankfurt (Oder). Sie beschlagnahmten nach Angaben seines Sprechers etwa 5000 Gegenstände, darunter Waffen und etwa 3000 Stück Propagandamaterial.

Dies bestätige den Verdacht, dass die 20 Vereinsmitglieder auf verfassungswidrige Weise tätig seien und ein Verbot des Vereins gute Chancen habe, sagte Feuring. Über ein Verbot entscheide das Innenministerium nach Auswertung der Funde. Die mehrstündige Durchsuchung erstreckte sich auf 20 Unterkünfte, Gartenlauben, Keller und Garagen in Ostbrandenburg sowie zwei Objekte in Berlin und eines in Teltow-Fläming.

Gefunden wurden unter anderem Messer, Säbel, Teleskopschlagstöcke, Handys, vereinstypische Kleidung, Verhaltenskodexe sowie die Vereinskasse mit 1300 Euro einschließlich Quittungen. Bei der Überraschungsaktion sei kein Widerstand geleistet worden; festgenommen wurde niemand.

Seit Gründung der Kameradschaft Anfang 2007 hätten KMOB-Mitglieder 16 Strataten verübt, hieß es. Dazu gehörten Körperverletzung, Sachbeschädigung, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Landfriedensbruch und Volksverhetzung. Der Verein sei bisher noch nicht im Vereinsregister am Amtsgericht Strausberg (Märkisch- Oderland) eingetragen. Er betreibe eine Internetseite und besitze eigene Flugblätter und Aufkleber.

Die Vereinsmitglieder trügen zum Teil uniformierte Kleidung, die die Symbolik des Dritten Reiches kopieren und dadurch eine Wesensverwandtschaft zum Nationalsozialismus erkennen lassen. In den vergangenen Wochen habe sich die KMOB durch Mitglieder des in Berlin verbotenen Vereins "Frontbann 24" sowie durch Mitglieder der "Freien Nationalisten Uckermark" verstärkt.

DPA / DPA