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Nach Treffen in Dresden: Neonazis randalieren auf der Heimreise

Nach dem gescheiterten Marsch durch Dresden haben Neonazis am späten Samstagabend auf der Heimreise für Krawalle gesorgt. Die Polizei in Thüringen unterband in Gera einen spontanen Aufmarsch von Rechtsextremen. Auch im sächsischen Pirna kam es zu Ausschreitungen.

Auf der Rückreise von Dresden haben Rechtsextremisten am Samstagabend in Pirna und im thüringischen Gera randaliert. In Gera stiegen 183 Neonazis aus fünf Bussen aus, überrannten die anwesenden Polizisten und skandierten rechte Parolen. Ein Beamter wurde leicht verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Rechtsextremisten beschädigten Streifenwagen und eine Skulptur im Stadtzentrum. Die Polizei habe Verstärkung angefordert, "um dem Spuk ein Ende zu machen".

Alle 183 Personen aus Thüringen und Hessen wurden zur Feststellung der Personalien vorläufig festgenommen. Gegen sie wurde Anzeige wegen Landfriedenbruchs erstattet. Anschließend konnten sie ihre Fahrt von der Polizei begleitet fortsetzen.

In Pirna bei Dresden formierten sich laut Polizei am frühen Abend etwa 400 Neonazis zu einer spontanen Kundgebung. An einem SPD-Bürgerbüro wurden Scheiben eingeworfen, zudem gab es weitere Sachbeschädigungen. Menschen wurden nicht verletzt, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Anschließend wollten die Rechtsextremisten, von denen einige aus der Tschechischen Republik angereist waren, mit acht Bussen abfahren. Die Polizei fing sie auf einem Autobahnzubringer ab und nahm die Personalien auf.

Am Samstag hatten 6400 Neonazis an einer Kundgebung in Dresden zum 65. Jahrestag der Bombardierung der Stadt teilgenommen. Im Vorjahr waren vor und nach den Demonstrationen von Dresden in Sachsen und in Thüringen Gewerkschafter von Rechten überfallen worden. Ein 42-jähriger Mann aus Hessen erlitt an einer Autobahnraststätte bei Jena einen Schädelbruch. Die Polizei in Gera teilte mit, drei Rastplätze an der A4 seien polizeilich gesichert worden. Zudem seien 34 Busse "demokratisch-bürgerlicher Versammlungsteilnehmer" von der Polizei begleitet worden.

APN/DPA / DPA