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Rohstoffe zu teuer: McDonald's kapituliert auf Island

Ernährungsbewusste Eltern wird's freuen, Fastfood-Liebhaber kaum: Island wird ab dem 1. November zur McDonald's-freien Zone. Grund für die Schließung der drei einzigen Filialen auf der Atlantik-Insel sind die Folgen der Finanzkrise.

Island wird wegen der Finanzkrise zu einem komplett McDonald's-freien Land. Die drei Filialen der Schnellimbisskette auf der Insel - alle in der Hauptstadt Reykjavik - schließen am kommenden Wochenende, weil dem Franchisenehmer die Gewinne wegbrachen. "Die wirtschaftliche Lage hat es für uns einfach zu teuer gemacht", sagte Magnus Ogmundsson, Geschäftsführer des Franchisenehmers Lyst. Dem Unternehmen war von McDonald's vorgeschrieben worden, sämtliches Material für die Restaurants - von der Verpackung über das Fleisch bis zum Käse - aus Deutschland zu importieren.

Wegen des Verfalls der isländischen Währung und hoher Importzölle hätten sich die Kosten im Lauf des vergangenen Jahres verdoppelt, sagte Ogmundsson. Damit sei das Unternehmen gegenüber Konkurrenten, die einheimische Produkte nutzten, nicht mehr wettbewerbsfähig. "Es ist unfassbar. Für ein Kilo Import-Zwiebeln aus Deutschland zahle ich inzwischen so viel wie für eine Flasche guten Whiskey", klagte Ogmundsson. Ein Big Mac kostete in Reykjavik zuletzt 650 Kronen (3,53 Euro). Um ausreichend Gewinn abzuwerfen, hätte der Preis laut Ogmundsson um 20 Prozent auf 780 Kronen angehoben werden müssen.

Als die erste McDonald's-Filiale auf Island 1993 eröffnet wurde, kam der damalige Ministerpräsident Davíd Oddsson und verzehrte feierlich einen ersten Big Mac. Lyst will die betroffenen Lokale unter dem Namen Metro mit einheimischen Produkten neu eröffnen. Wichtigste Einnahmequelle für die von der Finanzkrise besonders hart getroffenen 320.000 Bürger auf der Atlantikinsel ist der Fischfang.

AP/DPA / AP / DPA
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