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"Ich dachte, ich muss sterben": Schiffbrüchiger überlebt zwölf Tage vor Hawaii

Die US-Küstenwache hat einen Fischer gerettet, der zwölf Tage alleine auf dem Meer trieb - sie hatten die Suche bereits aufgegeben. Sein letzter "Mayday"-Funkspruch verhalf ihm zur Rettung.

Ron Ingraham (2.v.r.) hat überlebt: Der Fischer war vor der Küste von Hawaii in Seenot geraten und kämpfte zwölf Tage ums Überleben

Ron Ingraham (2.v.r.) hat überlebt: Der Fischer war vor der Küste von Hawaii in Seenot geraten und kämpfte zwölf Tage ums Überleben

Ein schiffbrüchiger Fischer hat zwölf Tage auf seinem kleinen Segelboot vor der Küste von Hawaii überlebt. Geschwächt und hungrig, aber ansonsten gesund wurde der 67-jährige Ron Ingraham von der US-Küstenwache gerettet. Er trieb mit seinem stark beschädigten Boot hilflos rund 100 Kilometer südlich von Honolulu. "Ich dachte, ich muss sterben", schilderte er am Mittwoch dem Lokalsender KITV4 seine Odyssee.

Ron Ingraham hält sein wettergegerbtes Gesicht samt Strohhut in die Kamera und erzählt seine Geschichte: Ausgerechnet an Thanksgiving - 27. November, dem höchsten Feiertag der Amerikaner - begann seine Irrfahrt. Er war allein auf seiner acht Meter langen "Malia" und wollte den Hafen ansteuern - doch eine starke Strömung trieb ihn aufs offene Meer zurück. "Es ging die Nacht über nur rückwärts."

"Der Mast berührte das Wasser"

Später geriet er in schweres Wetter, bis zu sechs Meter hoch waren die Wellen, die über dem kleinen Boot zusammenschlugen. "Der Mast berührte das Wasser, es warf mich von Bord, haute meine Antenne weg", beschreibt der Fischer die dramatischen Stunden. "Aber ich hatte eine Leine und konnte mich wieder an Bord ziehen."

Nach notdürftiger Reparatur gelang es Ingraham, einen Notruf abzusetzen. Mit Schiffen, Hubschraubern und Flugzeugen machte sich die Küstenwache auf die Suche. Vier Tage lang hielten die Suchmannschaften durch, die durchkämmte Fläche entspricht der Größe Brandenburgs. Dann gab die Küstenwache auf.

"Nicht so gut wie eine Shushibar"

Doch der alte Mann auf dem Meer ließ die Hoffnung nicht fahren. Am Dienstag setzte er nochmals einen "Mayday"-Hilferuf ab - diesmal mit Erfolg. Ein Marineschiff konnte ihn lokalisieren, eilte zur Stelle und nahm die "Malia" ins Schlepptau - verlassen wollte der alte Mann sein Schiff nicht. Ingraham überlebt, weil er sein Handwerk beherrschte, wusste, wie er Fische fangen konnte. "Das war nicht so gut wie an einer Shushibar", scherzt er.

Sein Sohn, der in Missouri lebt, sagte dem Sender, dass er bis zuletzt an die Rettung seines Vaters geglaubt habe. Er sei ein zäher Mann, der das Meer liebe. "Ich bin mir sicher, dass er gleich wieder fischen geht, sobald er sich erholt hat", sagte Zakary Ingraham.  

amt/DPA / DPA
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