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Schleswig-Holstein: Selbstgebaute Bombe reißt 21-Jährigem Hand ab

Warum die drei junge Männer einen Sprengkörper bauten, steht noch nicht fest. Wahrscheinlich wollten sie sich nur einen makaberen Spaß gönnen. Für einen 21-Jährigen ging dies dramatisch daneben.

Eine selbst gebaute Bombe hat einem 21-Jährigen im schleswig-holsteinischen Satrup bei Flensburg die rechte Hand abgerissen. Der unter anderem mit Schwarzpulver aus Silvesterböllern gefüllte Spreng- und Brandsatz war am Sonntag bei einem Zündversuch schlagartig explodiert, wie das Landeskriminalamt (LKA) am Montag in Kiel mitteilte. Bei der Detonation des in ein Plastikgefäß gefüllten Sprengstoffs wurden auch der ein Jahr ältere Bruder und ein 18-jähriger Bekannter verletzt. Sie hatten die Bombe mitgebaut und standen daneben. Sie erlitten Knalltraumata und oberflächliche Verletzungen.

Einen kriminellen oder gar terroristischen Hintergrund schloss das LKA aus. Nach Erkenntnissen der Sprengstoffermittler handle es sich um einen Unfall ohne verbrecherisches Motiv Das LKA warnte zugleich vor dem Experimentieren mit Sprengstoff und selbst gebauten Bomben. Die Eigenmischungen seien unberechenbar, selbst kleinste Fehler könnten zu schwersten Verletzungen führen. Jährlich sterben in Deutschland den Angaben zufolge etwa fünf bis zehn Menschen beim Umgang mit selbst hergestelltem Sprengstoff. Auch die rechtlichen Konsequenzen seien beträchtlich. Das Herbeiführen einer Sprengstoffexplosion sei eine Straftat, die mit mindestens einem Jahr Gefängnis geahndet werde.

ono/AFP / AFP
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