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Schweinegrippe: Zehnmal mehr Infizierte in Mexiko als bekannt

Die Schweinegrippe hat in Mexiko nach Einschätzung von Forschern zehnmal so viele Menschen befallen wie offiziell bestätigt. Eine neue Studie spricht von schätzungsweise 23.000 Infizierten. Die Behörden hingegen registrierten bislang rund 2000 Fälle. Unterdessen stieg die Zahl der von der Influenza betroffenen Länder weiter an.

Die Schweinegrippe hat nach Expertenschätzungen in Mexiko mindestens zehnmal so viele Menschen infiziert wie bislang gemeldet. Nach ersten Berechnungen könnten es bis Ende April bereits 23.000 gewesen sein, schreibt ein internationales Team im US-Fachjournal "Science". Bislang sind mehr als 2000 Fälle in Mexiko registriert. Das Virus sei deutlich leichter übertragbar als ein gewöhnlicher Grippeerreger.

Die Virenausbreitung sei vergleichbar mit der bei den schweren Grippe-Pandemien des vergangenen Jahrhunderts, erläuterte Hauptautor Prof. Neil Ferguson vom Imperial College in London am Dienstag. Allerdings erscheine eine Erkrankung weniger gefährlich als bei der Spanischen Grippe 1918, die zu mindestens 25 Millionen Toten geführt hatte. 0,4 bis 1,4 Prozent der Erkrankten sterben nach Angaben der Forscher an der Schweinegrippe.

Die Gruppe hatte den Ausbruch in Mexiko analysiert sowie frühe Daten der weltweiten Ausbreitung und die genetische Vielfalt der Viren betrachtet. Demnach könnte der Ausbruch Mitte Februar im Dorf La Gloria im Bundesstaat Veracruz an der Ostküste Mexikos begonnen haben.

Unterdessen meldeten bis Dienstagabend drei weitere Länder erstmals Fälle von Schweinegrippe: Finnland und Thailand registrierten jeweils zwei und Kuba einen Erkrankten. Damit stieg die Zahl der betroffenen Länder auf mehr als 30.

Weltweit starben 61 Menschen an dieser neuen Grippe. Wie das EU-Zentrum für Seuchenbekämpfung (ECDC) in Stockholm mitteilte, entfallen davon 56 auf Mexiko. 3 Kranke starben in den USA und je einer in Kanada und Costa Rica. Die Zahl der bestätigten Krankheitsfälle betrug weltweit 5283, davon 2618 in den USA und 2059 in Mexiko. In Deutschland sind nach den ECDC-Angaben bisher 12 Menschen an der Schweinegrippe erkrankt.

Der Schweizer Pharmakonzern Roche spendet der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wegen der Schweinegrippe zusätzlich 5,65 Millionen Packungen des Grippemittels Tamiflu. In den nächsten fünf Monaten produziere das Unternehmen weitere 110 Millionen Packungen, teilte Roche in Basel mit. Bei Bedarf könne die Produktion bis Ende des Jahres auf 36 Millionen Packungen pro Monat erhöht werden.

DPA / DPA