Somalia Piraten halten krankes Kind als Geisel


In Somalia haben die Entführer der zwei Deutschen offenbar auch deren krankes Kind verschleppt. Die Piraten hatten die Jacht der Deutschen bereits vor vier Wochen gekapert, doch erst jetzt scheint klar, dass die Somalier auch das an Malaria leidende Kind der Familie gefangen halten.

Bei dem Überfall auf eine deutsche Jacht haben somalische Piraten offenbar nicht nur die zwei Deutschen, sondern auch deren krankes Kind in ihre Gewalt gebracht. Die Somalier kaperten die Jacht bereits am 23. Juni. Seitdem halten sie die Deutschen und den französischen Kapitän gefangen, erklärte Andrew Mwangura, Direktor der Organisation Seafarers Assistance Programme. "Das Kind der Familie soll an Malaria leiden und der Vater Diabetiker sein und keinen Zugang zu Insulin haben", erklärte er.

Das Auswärtige Amt hatte am 25. Juni mitgeteilt, dass zwei Deutsche vor Somalia entführt worden seien. Berichte über ein verschlepptes Kind hatten die Behörden damals nicht bestätigt. Kurz nach dem Überfall hatten die Entführer eine Million Dollar (640.000 Euro) für die Freilassung ihrer Geiseln gefordert.

Wie Mwangura weiter mitteilte, brachten somalische Piraten am Sonntag einen weiteren Frachter in ihre Gewalt. Die schwer bewaffneten Täter kaperten die mit Erz beladene "Stella Maris" einer dänische Reederei. Der Überfall sei aber erst am Dienstag bekanntgeworden. An Bord seien mindestens 20 philippinische Seeleute. Ob es auch noch Besatzungsmitglieder anderer Nationalitäten gebe, sei derzeit nicht bekannt.

Das unter der Flagge Panama fahrende Schiff war Mwangura zufolge erst im vergangenen Jahr gebaut worden. Unbekannt sei, warum sich der schwere Frachter so weit der somalischen Küste genähert habe, sagte er. "Vielleicht gab es technische Probleme oder die schlechten Wetterbedingungen ließen die Besatzung die Küste ansteuern."

Wegen der zahlreichen Piratenüberfälle raten internationale Seefahrtsverbände, einen Mindestabstand von 200 Kilometern zur somalischen Küste einzuhalten.

Reuters Reuters

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