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Spendenkampagne: Tumblr-User ermöglichen 13-Jähriger Gesichts-OP

Monatelang brachte eine Spendenkampagne für Esinam aus Ghana kaum Erfolg. Dann entdeckten Tumblr-User ihre Geschichte. Und in wenigen Tagen kam das Geld für ihre Gesichtsoperation zusammen.

Esinam will Ärztin werden. "Damit ich Menschen helfen kann", sagt die 13-Jährige. "Aber die Krankheit in meinem Gesicht ist der Grund, warum ich nicht zur Schule gehen kann." Das Mädchen aus Ghana leidet an einer Gesichtsdeformation, die ihr das Sprechen sehr erschwert - und den Besuch einer Schule oder Universität fast unmöglich macht. Damit sich das ändert, braucht Esinam eine Operation, die 10.000 Dollar kostet. Und die wird sie wohl bald bekommen.

Dabei hatte es lange nicht gut ausgesehen für Esinam. Im Februar startete die Hilfsorganisation New Seed International, in deren Obhut sie lebt, eine Kampagne auf der Spendenplattform GoFundMe. Allerdings kamen innerhalb von neun Monaten gerade einmal 130 Dollar zusammen, wie "The Daily Dot" berichtet.

"Euer Geld hat angefangen zu arbeiten"

Doch dann entdeckte jemand bei Tumblr die Geschichte von Esinam. Eine Userin, die New Seed International von einem Besuch 2010 kennt, schrieb: "Jeder Dollar hilft. Und selbst wenn ihr nicht spenden könnt, verbreitet das hier bitte weiter und behaltet Esinam in euren Gedanken." Der Appell half: Ihr Post wurde tausendfach geteilt, und innerhalb von wenigen Tagen kam das Geld zusammen, dass vorher monatelang ausgeblieben war.

"Wir sind nur noch 2000 Dollar von unserem Ziel entfernt", schrieb ein Vertreter der Hilfsorganisation Anfang vergangener Woche auf der Spendenseite. "Lasst es uns bis zum 15. November erreichen." Am Dienstag schließlich ein Update: "Euer Geld hat angefangen zu arbeiten." Esinam habe alle nötigen Untersuchungen hinter sich. Nun müsse man nur noch zwei Wochen auf die Ergebnisse der Biopsie warten, bevor der Operationstermin festgelegt werden könne.

Bald könnte Esinam also endlich operiert werden - damit sie eines Tages einmal selbst am OP-Tisch stehen kann, der Tumblr-Community sei Dank.

Timo Brücken
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Auf welche Rechtsgrundlage beziehen sich die Münchner Finanzämter im jüngsten Steuerskandal?
Gestern in Report: Münchener Mittelständler, die zum Beispiel Werbung bei Google gekauft haben, sollen auf gezahlte Werbung bei Google eine Quellensteuer von 15 Prozent zahlen, und zwar zunächst rückwirkend für die Jahre 2012 und 2013. Das Geld, so die Betriebsprüfer des Finanzamts München, könnten sich die Steuer ja von Google zurückholen. Klingt skurril. Klingt nach einer Sauerei. ich habe mir deshalb den 50a ESTG durchgelesen, was wenig Freude macht. Dort steht erstens: "Die Einkommensteuer wird bei beschränkt Steuerpflichtigen im Wege des Steuerabzugs erhoben", was bedeutet, dass (um im Beispiel zu bleiben) Google der Steuerschuldner ist und sich das Finanzamt dorthin wenden soll und unter Abschnitt 7: "Das Finanzamt des Vergütungsgläubigers kann anordnen, dass der Schuldner der Vergütung für Rechnung des Gläubigers (Steuerschuldner) die Einkommensteuer von beschränkt steuerpflichtigen Einkünften, soweit diese nicht bereits dem Steuerabzug unterliegen, im Wege des Steuerabzugs einzubehalten und abzuführen hat, wenn dies zur Sicherung des Steueranspruchs zweckmäßig ist. " Nach diesem Text muss das Finanzamt von Google diese Anordnung treffen und nicht das Münchner. Ich bin mir sehr sicher, dass das Finanzamt in Irland nicht tätig geworden ist. Was also könnte die Rechtsgrundlage für diese extreme Auslegung einer Vorschrift sein, die ursprünglich dazu gedacht war, dass Veranstalter von Rockkonzerten die Steuern für die ausländischen Musiker abführen (was ja vernünftig ist)?