VG-Wort Pixel

Referendum Bevölkerung unzufrieden mit Ortsnamen – Stadt "Asbestos" in Kanada wird umbenannt

Ort in Kanada "Asbestos" soll umbenannt werden.
Ein Ort in Kanada soll nach einem Referendum seiner Bevölkerung umbenannt werden
© Bildagentur-online/Schoening / Picture Alliance
Nach einem Referendum der Bevölkerung soll nun eine Stadt in Kanada umbenannt werden. Der aktuelle Name sei wirtschaftsschädigend, sagt die Ratsversammlung. Für die Umbenennung brauchte es allerdings drei Abstimmungen.

Asbestos – das ist der Name einer Stadt in Kanada. Was viele Menschen direkt mit dem Namen assoziieren, ist ein krebserregender, gefährlicher Dämmstoff. Aus diesem Grund wird die Stadt nun umbenannt. Die Stadt soll demnächst Val-des-Sources (Deutsch: Tal der Quellen) heißen. Etwas mehr als die Hälfte der Teilnehmer der Befragung in dem Ort in der Provinz Quebec entschieden sich für den neuen Namen, wie Bürgermeister Hugues Grimard in der Nacht zu Dienstag via Facebook mitteilte.

Zuvor hatten Ratsmitglieder der Stadt den Prozess der Namensfindung angestoßen und eine Liste mit sechs Alternativen erstellt. Ihrer Ansicht nach führte der Name dazu, dass sich keine Investoren für den Ort fanden und er demnach wirtschaftsschädigend war. 

Drei Umfragen zur Umbenennung von Asbestos

Insgesamt fanden in den letzten Monaten drei Umfragen statt, nach denen jeweils der Name mit den wenigsten Stimmen rausselektiert worden war, wie kanadische Medien berichteten. Bei der dritten und letzten Umfrage mit den finalen vier Vorschlägen setzte sich Val-des-Sources gegen Trois-Lacs, Larochelle und Jeffrey-sur-le-Lac durch. 

Der rund 170 Kilometer östlich von Montreal gelegene Ort mit heute rund 7000 Einwohnern war ursprünglich benannt nach den Mineralen, die dort seit dem späten 19. Jahrhundert abgebaut wurden. Jahrzehntelang wurde hier ein Großteil des in der Welt verarbeiteten Asbests produziert, das mittlerweile in vielen Ländern wegen seiner Gesundheitsgefahren verboten ist. 2011 wurde die Mine geschlossen - seitdem ist die Stadt wirtschaftlich angeschlagen.

deb DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker