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Stanislaw Dziwisz: Ein Leben an der Seite des Papstes

Stanislaw Dziwisz, der Erzbischof von Krakau ist von Papst Benedikt XVI. zum Kardinal ernannt worden. Dziwisz galt viele Jahre als die rechte Hand von Papst Johannes Paul II.

Stanislaw Dziwisz, der Erzbischof von Krakau und seit Freitag neuer Kardinal, hatte es schon immer leicht, die Herzen der Gläubigen zu gewinnen. Zwar mag der 66-jährige ein wenig hölzern und steif wirken, auch lebte er mehr als 20 Jahre im Ausland. Doch all das zählte und zählt nicht gegen die Tatsache, dass er fast sein ganzes Leben als Priester an der Seite von Karol Wojtyla verbrachte, jenes Krakauer Erzbischofs, der als Papst Johannes Paul II. in Polen ein Jahr nach seinem Tod noch immer als höchste moralische Autorität und fast schon wie ein Heiliger verehrt wird.

Dziwisz verbindet fiel mit Johannes Paul II.

Schon seit 1966, gerade drei Jahre nach seiner Priesterweihe, wurde Dziwisz zum persönlichen Kaplan und Sekretär Wojtylas ernannt. Nach der Papstwahl folgte er seinem ehemaligen Bischof als persönlicher Sekretär in den Vatikan. Dziwisz war 1981 während des Attentats auf Johannes Paul II. an seiner Seite, er begleitete ihn auf seinen Reisen und stand an der Spitze der kleinen polnischen Gemeinschaft, mit der sich der Papst ein Stück Heimat in den Vatikan holte.

Dziwisz mag das Charisma Johannes Pauls fehlen, doch es gab vieles, das die beiden Männer verband. Nicht nur stammen beide aus dem südpolnischen Gebirgsvorland, sind geprägt von der polnischen Volksfrömmigkeit und wuchsen schon früh als Halbwaisen auf. Auch teilten sie ihre Vorliebe fürs Wandern und Ski fahren. Auch als Dziwisz 1998 selbst zum Bischof geweiht wurde, blieb er an der Seite von Johannes Paul.

Die Bedeutung der "rechten Hand" des Papstes nahm während der Krankheit von Johannes Paul II. zu. Denn der als stets loyal und diskret geltende "Don Stanislaw" wachte eisern darüber, wer zum Papst vorgelassen wurde. Briefe und Telefongespräche gingen über den Tisch des Sekretärs, der nun als Kardinal zu einem der "Fürsten" der Kirche gekürt wird.

DPA / DPA