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Mysteriöser Serienmörder Gruppe von Ex-Ermittlern will den "Zodiac"-Killer zweifelsfrei identifiziert haben

Phantombild des Zodiac Killers vor einer seiner verschlüsselten Nachrichten
Phantombilder haben nicht dazu geführt, dass der berüchtigte Serienmörder Zodiac Ende der 1960er-Jahre in Kalifornien gefasst wurde. Nun soll er identifiziert worden sein.
© Picture Alliance
Wer war der "Zodiac"-Killer? Eine Frage, die seit den Morden Ende der 1960er-Jahre bis heute nicht beantwortet werden konnte. Nun aber sind sich frühere Ermittler "absolut sicher", den Serienmörder identifiziert zu haben.

Er ist einer der spektakulärsten, nie gelösten Kriminalfälle der US-Geschichte. Zwischen Dezember 1968 und Oktober 1969 versetzte ein Mann die San Francisco Bay Area in Angst und Schrecken. Er lauerte vor allem jungen Paaren an einsamen Plätzen auf und tötete sie, gehüllt in ein Gewand, auf dem das Tierkreis-Zeichen ("Zodiac") prangte, durch zahllose Messerstiche. Fünf Menschen ermordete er, zwei überlebten. 

Was den Fall besonders mysteriös macht: Der Täter schickte Briefe und schwer entschlüsselbare Kryptogramme vor allem an den "San Francisco Chronicle" und andere Redaktionen in der Bay Area. In einem dieser verschlüsselten Schreiben – bekannt als Chiffre 408 – bekannt er, aus Spaß zu töten. Nach dem Mord im Oktober 1969 hörte "Zodiac" mit seinen Gewalttaten aber plötzlich auf und trat nie wieder als mutmaßlicher Täter in Erscheinung – bis auf vereinzelte Kryptogramme, die er danach noch an Zeitungen schickte. Nicht zuletzt dieses Verschwinden von der Bildfläche trug dazu bei, dass das "Zodiac"-Rätsel nie gelöst wurde.

"Zodiac"-Killer: Ex-Soldat Gary Francis Poste soll es sein

Bis jetzt. Davon ist zumindest eine Gruppe pensionierter FBI-Ermittler und Staatsanwälte überzeugt, die sich The Case Breakers nennen. Die Gruppe um den kalifornischen TV-Produzenten und Sicherheitsberater Thomas Colbert hat sich der Lösung berühmter cold cases verschrieben. In Los Angeles teilten die Case Breakers in dieser Woche mit, dass sie den "Zodiac"-Killer mehr als 50 Jahre nach seinen Taten zweifelsfrei identifiziert hätten. Es soll sich um den Anstreicher Gary Francis Poste handeln, einen früheren Soldaten aus dem Ort Groveland. Poste sei 2018 im Alter von 80 Jahren gestorben. Ein Abgleich von Fahndungsbildern mit Fotos aus Postes Dunkelkammer habe den Mann überführt. In beiden Fällen seinen die bekannten, charakteristischen Narben auf der Stirn des mutmaßlichen Serienmörders zu erkennen. Außerdem wollen die Ermittler Kryptogramme entschlüsselt haben, in denen sich Poste zu erkennen gab. Zuletzt hatte sich im Dezember vergangenen Jahres die Hoffnung zerschlagen, dass der Name in einem als Chiffre 340 bekannten Schriftstück zu finden sei.

Auf Gary Francis Poste aufmerksam wurden die Case Breakers nach eigenen Angaben durch den direkten Hinweis eines Verwandten des mutmaßlichen Killers. Der Mann habe behauptet, Poste habe versucht, ihn mit einem Hammer zu erschlagen, hieß es. Am Tag der angeblichen Enthüllung der "Zodiac"-Identität meldete sich zudem eine frühere Schwiegertochter des angeblichen Täters. Sie berichtete dem "San Francisco Chronicle", sie sei vor den Drohungen Postes aus Kalifornien geflohen. 

"Zodiac"-Name soll in verschlüsselten Anagrammen stecken

Die Ex-Ermittler wollen den Namen von Gary Francis Poste auch in einem Anagramm identifiziert haben, das sich in verschlüsselten Botschaften "Zodiacs" findet. "Ich bin absolut sicher, dass wir den Fall gelöst haben", sagte Case-Breakers-Chef gegenüber dem "Chronicle". Bei ihren Recherchen habe sich auch bestätigt, dass der Mord an einer 18 Jahre alten Studentin im 700 Kilometer von San Francisco entfernten Riverside auf das Konto des "Zodiac" gehe. Wegen der Tatumstände und eines Bekennerschreiben galt die 1966 verübte Gewalttat zuvor schon als möglicher erster "Zodiac"-Mord.

Vor allem der Hinweis auf das Anagramm weckt aber auch Zweifel daran, dass "Zodiac" tatsächlich gefunden wurde. So wies der Computerfachmann David Oranchak darauf hin, dass sich in Anagramme – der Veränderung der Buchstabenreihenfolge eines Wortes – viel hineininterpretieren lasse. Oranchak war an der Entschlüsselung der Chiffe 340 beteiligt, in der der Serienkiller zwar erklärte, er wolle nicht in der Gaskammer landen,  entgegen den Erwartungen nicht aber seinen wahren Namen preisgab. Das FBI und die Polizei von San Francisco sind daher nicht so überzeugt wie die Case Breakers, dass das "Zodiac"-Rätsel gelöst ist. Sie sprechen eher von weichen Indizien. "Der Fall Zodiac bleibt offen", stellten die Justizbehörden daher fest.

Quellen: The Case Breakers; "San Francisco Chronicle"

dho

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