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Serienmörder: "Moormörder" Ian Brady stirbt - und England feiert

Gefoltert, missbraucht, ermordet: Das war das Schicksal von fünf Kindern in den 1960er Jahren in England. Ian Brady und Myra Hindley wurden als "Moormörder" bekannt, weil sie dort ihre Opfer verscharrten. Nun ist Brady gestorben.

Eine Kombo aus Polizeifotos von Ian Brady und Myra Hindley

Ian Brady und Myra Hindley haben in den 1960er fünf Kinder ermordet und mindestens vier der Leichen im Saddleworth Moor nahe Manchester versenkt

Der als "Moormörder" berüchtigte britische Serienkiller Ian Brady ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Wie die Behörden in Großbritannien mitteilten, starb Brady am Montag in der psychiatrischen Hochsicherheitsklinik Ashworth bei Liverpool. Gemeinsam mit seiner 2002 verstorbenen Partnerin Myra Hindley hatte Brady in den 60er Jahren fünf Kinder gefoltert, zum Teil sexuell missbraucht und anschließend ermordet.

Das Duo beging die Morde zwischen Juli 1963 und Oktober 1965 in der Gegend um Manchester in Mittelengland. Hindley kam vor allem die Rolle zu, die Kinder anzulocken und dazu zu bewegen, mit ihr mitzugehen.

Ian Brady und Myra Hindley waren die "Moormörder"

Brady und Hindley wurden 1966 wegen drei Morden inhaftiert; später gaben sie noch zwei weitere Morde zu. Nachdem vier der Opfer in Gräbern im Nationalpark Saddleworth Moor gefunden wurden, wurde das Killer-Duo als "Moormörder" bekannt. Die Leiche des fünften Opfers wurde trotz umfangreicher Suchen bis in die jüngere Vergangenheit bis heute nicht gefunden.

Brady zeigte bis zu seinem Tod keine Reue für die Taten, die ganz Großbritannien schockierten. Der Richter hatte beim Prozess erklärt, Brady und Hindley seien "über alle Maßen böse".

Seit Jahren bettlägerig

Ein Sprecher der Klinik bei Liverpool sagte der Nachrichtenagentur AFP, er könne bestätigen, dass "ein 79-jähriger Patient gestorben ist, nachdem es ihm körperlich schlechter ging". Bradys Anwälte hatten im Februar erklärt, ihr Mandat sei bereits seit Jahren bettlägerig und es könne "gesagt werden", dass er unheilbar krank sei.

Der verurteilte Mörder hatte mehrfach um Sterbehilfe gebeten und wurde seit 1999 zwangsernährt, nachdem er in einen Hungerstreik getreten war. 2013 bat er um eine Verlegung von der Klinik in ein Gefängnis, um nicht zwangsernährt zu werden. Das Gesuch wurde abgelehnt.

Brady verschweigt Versteck des letzten Opfers

Bradys Tod kam unmittelbar nach einer Aufforderung eines Angehörigen von einem der Mordopfer, Brady solle bekanntgeben, wo das letzte Opfer verscharrt worden sei. "Jetzt ist es Zeit für ihn, mit den Spielchen aufzuhören und reinen Wein einzuschenken", sagte Terry Kilbride der Zeitung "The Sun". Kilbrides Bruder John wurde 1963 im Alter von zwölf Jahren von Brady und Hindely ermordet. Bei dem bislang noch nicht gefundenen Mordopfer handelt es sich um den damals zwölfjährigen Keith Bennet.

In den britischen Zeitungen wurde Bradys Tod am Dienstag gefeiert. "Monster Brady ist tot", titelte das Boulevardblatt "Sun". Der "Daily Mirror" schrieb: "Schmor' in der Hölle, Brady". Angehörige der Opfer zeigten sich erleichtert über den Tod des Kindermörders, erklärten aber auch, dass sein Tod den Schmerz nicht lindern könne.

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AFP