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Fall Ursula Herrmann: Das erstickte Mädchen vom Ammersee

Ursula Herrmann erstickte in einer Holzkiste. Das elfjährige Mädchen war 1981 auf dem Schulweg am Ammersee entführt worden. Der Fall blieb 27 Jahre lang ungelöst, nun wurde ein Mann unter dringendem Tatverdacht festgenommen. Eines der spektakulärsten Verbrechen der Kriminalgeschichte steht vor der Aufklärung.

Von Kinga Rustler

Die Ermordung der elfjährigen Ursula Herrmann vor 27 Jahren gilt als besonders grausamer und mysteriöser Fall in der Verbrechensgeschichte der Bundesrepublik. Drei Wochen nach ihrer Entführung wurde das Mädchen im Oktober 1981 am bayerischen Ammersee tot gefunden. Sie war in einer in einem Wald vergrabenen Holzkiste qualvoll erstickt. Trotz jahrelanger Ermittlungen und spektakulärer Fahndungsaktionen konnte der Fall nie aufgeklärt werden. Jahrelang gingen die Ermittler von drei Tätern aus.

Nun, nach 27 Jahren, drei Jahre vor Ablauf der Verjährungsfrist, nahm die Polizei im schleswig-holsteinischen Kappeln Medienberichten zufolge einen 58-Jährigen unter dringendem Tatverdacht fest. Der früher in einem Nachbarort der Familie lebende Mann wurde demnach nahe der dänischen Grenze festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ Haftbefehl wegen erpresserischen Menschenraubs mit Todesfolge.

Der mutmaßliche Täter habe bereits nach der Tat wegen seiner Schulden zum Kreis der Verdächtigen gehört, erklärte die Polizei. Allerdings hätten damals keine ausreichenden Beweise für seine Schuld vorgelegen.

Wie der Leitende Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz mitteilte, haben die Ermittler in der Wohnung des mutmaßlichen Entführers nun ein Abspielgerät beschlagnahmt, auf dem sich eine Melodie befindet, die der Entführer immer dann abspielte, wenn er bei den Eltern des Mädchens anrief, um neue Bedingungen zu stellen. Außerdem würden noch DNA-Spuren überprüft, sagte Nemetz.

Der Festgenommene bestreitet die Tat, hat sich nach den Angaben von Nemetz aber in Widersprüche verwickelt.

Entführt auf dem Weg nach Hause

Der 15. September 1981 war ein Dienstag. Der erste Schultag nach den Sommerferien. Es war gegen 19 Uhr, als sich die elfjährige Ursula Herrmann mit ihrem roten Fahrrad auf den Weg nach Hause machte. Sie fuhr nach dem Turnunterricht von Schondorf einen einsamen Uferweg am Ammersee entlang. Bis Eching, wo sie wohnte, waren es nur zwei Kilometer. Das Waldstück, durch das die Schülerin radelte, heißt "Weingarten". Doch Ursula Herrmann kam nie zuhause an. 19 Tage später fand man das Mädchen mit den blonden halblangen Haaren in einer Holzkiste verscharrt in diesem Waldstück.

Die 136 mal 60 mal 72 Zentimeter große Kiste war 1,60 Meter tief im Waldboden vergraben worden. Vorbild war offenbar das Kistengefängnis des Millionärsohns Richard Oetker, der 1976 von seinem Kidnapper auf ähnliche Weise versteckt worden war. In der Kiste der toten Ursula Herrmann fand die Polizei Süßigkeiten, ein Radio, Beleuchtung per Autobatterie, ein Toiletteneimer und sogar Comic-Hefte. Die Kiste hatte zwar drei Belüftungsschläuche, aber gerade die wurden der kleinen Ursula zum Verhängnis, denn sie waren durch das frische Herbstlaub verstopft. Nur drei bis sechs Stunden konnte das junge Mädchen in der Kiste atmen.

Das Mädchen wies jedoch keinerlei Verletzungen auf. Offenbar war sie dem Entführer freiwillig gefolgt. Der Verdacht lag nahe, dass sie ihn kannte. Der Kidnapper wollte Lösegeld von den Eltern. Zwar war das Lehrerehepaar Herrmann nicht vermögend. Trotzdem muss der Täter geahnt haben, dass sie die geforderte Summe von zwei Millionen Mark irgendwie aufbringen konnten. Werner Ziegert, Chef der Kripo in Fürstenfeldbruck, die den Fall in den ersten drei Jahren betreute, sagte zwei Tage nach dem Fund der Kinderleiche: "Wer ein Verbrechen so grausam perfekt plant, sucht sich auch sein Opfer sehr sorgfältig aus."

Den ersten Kontakt mit den Eltern versuchte der Entführer zwei Tage nach dem Verschwinden von Ursula aufzunehmen. Vermutlich ahnte er damals nicht, dass das Mädchen schon nicht mehr am Leben war. Doch am Telefon meldete sich niemand, als die Mutter Anneluise abnahm. Am nächsten Morgen landete dann der erste Brief bei der streng religiösen Familie mit der Ankündigung einer Lösegeldforderung. Der zweite kam am 21. September: Die zwei Millionen Mark wollte der Täter in gebrauchten Hundert-Mark-Scheinen. Das Geld brachte Michael Herrmann durch die Hilfe von Bekannten und Verwandte auf. Doch eine Übergabe fand nie statt, denn der Täter meldete sich nicht mehr. Vermutlich hatte er inzwischen die Kiste im "Weingarten" geöffnet und die tote Ursula entdeckt.

Eltern zeigten keine Wut

Die jungen Polizeibeamten, die am 4. Oktober 1981 das Mädchen in der Kiste fanden, weinten bei seinem Anblick. Mit großen flehenden Augen habe die erstickte Ursula zum Deckel der Kiste geblickt, den sie nicht öffnen konnte, weil er mit neun Riegeln verschlossen war. Am Nachmittag des 4. Oktober, ein ruhiger Sonntag, überbrachten sie Michael Herrmann und seiner Frau Anneluise sowie den Geschwistern Johannes, Barbara und Michael die Nachricht von Ursulas Tod. Erstickt in einer Holztruhe, verscharrt in einem Waldstück nur wenige hundert Meter von ihrem Elternhaus entfernt.

"Es war ein Schock für uns alle, aber es muss wohl Gottes Wille gewesen sein", erklärte der Vater noch am selben Abend der "Münchner Abendzeitung". Die Eltern äußerten kein Groll, keine Wut, kein Hass. Fast mussten sie sich vor der aufgewühlten Öffentlichkeit rechtfertigen, dass sie dem Täter nicht die Pest an den Hals wünschten. Ihre besonnene Art liege in ihrem Glauben begründet, teilten sie mit. Und wohl nur dieser Glaube lies sich nicht daran verzweifeln, dass ihr Kind vielleicht hätte gerettet werden können: Als Ursula um 19.15 Uhr des Entführungstages noch nicht zu Hause war, ängstigte sich die Mutter und schlug vor, ihr entgegen zu fahren. Michael Herrmann hielt die Sorge allerdings für unbegründet und wiegelte ab.

Nach dem Fund der Mädchenleiche wurden die Ermittlungsanstrengungen noch einmal verstärkt. 2329 Überstunden sammelten die 34 Beamten der "Soko Herrmann" allein in den ersten drei Monaten an. In den ersten zwei Jahren wurden 17.570 Fingerabdrücke überprüft, da ein Abdruck auf einem Klebeband in der Kiste gefunden wurde. 100.000 Fahndungsplakate und 10.000 Handzettel wurden verteilt. Von Hamburg bis Sizilien und Thailand zogen sich die Ermittlungen. Die Polizei ging davon aus, dass es sich um drei Täter handeln musste, darunter eine Frau.

Im Januar 1982 wurden schließlich drei tatverdächtige Männer festgenommen, die jedoch alle wieder freigelassen wurden. Im Mai 1984 geriet sogar ein ehemaliger Polizist, Harald W., in den Verdacht. Erst nach fünf Jahren wurden die Ermittlungen gegen ihn eingestellt. Harald W. starb 1995 im Alter von 46 Jahren an Magen-Blutungen. Nie jedoch wurden die Akten im Fall Ursula Herrmann geschlossen. 2002 wurden die zahlreichen in der Kiste hinterlassenen Spuren mit modernsten Mitteln überprüft. Die Ermittler erhofften sich neue Hinweise durch DNA-Tests, die in den frühen Achtzigern noch nicht ausreichend entwickelt waren.

Moderator Zimmermann erhöht Belohnung

Insgesamt füllen 2779 Spuren 395 Aktenordner. Profiler wurden hinzugezogen, um die Persönlichkeit der Täter gezielter analysieren zu können. Zweimal, 1982 und 2002, beschäftigte sich die TV-Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst" mit dem Fall. Für den Moderator Eduard Zimmermann war es "die größte Niederlage meines Lebens", dass der Mörder nicht gefasst wurde. Auf die ausgelobte Belohnung von mittlerweile 50.000 Euro setzte er persönlich noch mal dieselbe Summe obenauf. "Ich habe eine Beziehung zu dem Opfer aufgebaut", sagte er. Die Kripo hatte ihm das Bild der toten Ursula Herrmann in ihrem Holzgefängnis gezeigt. Den Täter zu finden, das hatte er Ursulas Eltern versprochen.

Als sich dann 1998, nach 17 Jahren, ein arbeitsloser Maler aus Düsseldorf in der Sat 1-Sendung "Fahndungsakte" der Entführung bezichtigte, schien der Fall gelöst. Die Kripo schloss jedoch wenig später eine Beteiligung des Mannes am Verbrechen aus. Letztlich gingen die Beamten immer davon aus, dass Ursulas Mörder aus dem Raum Utting am Ammersee stammen. Aus der Nachbarschaft der Familie also. Genau davor fürchtet sich die Mutter Anneluise bis heute: "Ich habe Angst, dass sie den Täter eines Tages fassen und es einer ist, den wir kennen", soll sie einer Bekannten im Vertrauen erzählt haben.

Hinweise durch Mord in München

Im Jahr 2007 machte in München dann der Mord an der reichen Parkhauserbin Charlotte Böhringer Schlagzeilen. Plötzlich die Sensation: Im Kühlschrank der Wohnung der Ermordeten fanden sich auf einem Glas die gleichen DNA-Spuren, die auch auf einer Schraube der Holzkiste im Fall Herrmann gefunden wurden. Der Fall Herrmann wurde jetzt in die höchste Geheimhaltungsstufe eingestuft. Verschwommen deutete der Augsburger Oberstaatsanwalt Reinhard Nemetz an, warum: "Die innere Sicherheit ist gefährdet, wenn der Täter so eines Verbrechens nicht gefasst wird, obwohl er gefasst werden könnte."

Kritiker behaupteten jedoch schon im Oktober 1983, dass die Ermittlungen Im Fall Herrmann nicht effektiv genug geführt worden waren. Der bis zu 50-köpfigen Sonderkommission wurden massive Fahndungspannen vorgeworfen. So hat der Fall bis heute tiefe Verletzungen im bayerischen Polizeiapparat hinterlassen. Und vor allem gab es jahrelang keinerlei Erfolge, wenig Verwertbares. Wenn die Polizei aber heute in Augsburg auf einer Pressekonferenz über die Festnahme in Schleswig-Holstein berichtet, dann geht womöglich eines der längsten und schmerzhaftesten Kapitel der deutschen Kriminalgeschichte zu Ende. Ursula Herrmann wäre heute 37 Jahre alt.

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(