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Japan: Opfer zerstückelt: "Twitter-Killer" wegen neunfachen Mordes angeklagt

Ein 27-Jähriger steht in Japan wegen neunfachen Mordes vor Gericht. Er hatte seine Opfer über Online-Netzwerke angelockt und soll suizidgefährdeten Menschen seine Unterstützung bei der Umsetzung ihres Plans angeboten haben.

Takahiro Shiraishi in Japan

Der Angeklagte Takahiro Shiraishi (m.) bedeckt sein Gesicht mit den Händen, als er von einer Polizeistation in Tokio zur Staatsanwaltschaft gebracht wird (das Foto wurde im November 2017 aufgenommen).

AFP

In ist ein 27-Jähriger wegen neunfachen Mordes angeklagt worden. Takahiro Shiraishi hatte zuvor gestanden, seine Opfer ermordet und die Leichen zerstückelt zu haben. Er hatte seine Opfer über Online-Netzwerke angelockt und soll suizidgefährdeten Menschen über den Kurzbotschaftendienst Twitter seine Unterstützung bei der Umsetzung ihres Plans angeboten haben. Seine Opfer waren zwischen 15 und 26 Jahre alt, acht von ihnen waren weiblich.     

Laut der Nachrichtenagentur Jiji Press wurde Shiraishi fünf Monate lang auf seine Schuldfähigkeit untersucht, bevor er angeklagt wurde. Ende Oktober vergangenen Jahres, am Morgen von Halloween, hatte die japanische in seinem Haus eine grausige Entdeckung gemacht: Sie fand neun verstümmelte Leichen und 240 Knochenteile, die in Kühl- und Werkzeugboxen versteckt und mit Katzenstreu bedeckt waren.

Polizei kam Angeklagtem durch den Bruder eines Opfers auf die Spur

Der Fall beherrschte damals in Japan die Schlagzeilen. "Ein Mord pro Woche", titelte die Zeitung "Sports Nippon". Der Fernsehsender Fuji berichtete, Shiraishi habe alle acht weiblichen Opfer "angefallen" - mit diesem Begriff umschreiben japanische Medien üblicherweise sexuelle Attacken. Bei dem einzigen männlichen Opfer handelte es sich um den Freund der ersten Toten.

Auf die Spur kam die Polizei dem 27-Jährigen durch den Bruder von einem der weiblichen Opfer. Laut den Medienberichten hatte die 23-Jährige via Suizid-Absichten bekundet.

Ihr Bruder hackte daraufhin ihr Twitter-Konto, entdeckte ein verdächtiges Pseudonym und bat ebenfalls über Twitter um Hinweise auf seine verschwundene Schwester. Als eine Frau berichtete, sie kenne das verdächtige Pseudonym, überredete die Polizei sie, sich mit dem Mann hinter dem Namen an einem Bahnhof zu verabreden. Fahnder folgten diesem anschließend bis zu seiner Wohnung, wo sie eine Tasche der Vermissten entdeckten, wie "Yomiuri Shimbun" berichtete. Auf die Frage nach dem Verbleib der jungen Frau habe S. geantwortet: "In der Kühlbox."

Ronald Joseph Dominique (r.) und die Bilder seiner Opfer


vit / AFP
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