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US-Bundesstaat Kansas: Mann fordert Schwertkampf mit Ex-Frau zur Beilegung von Rechtsstreit

Eigentlich geht es nur um Sorgerechts- und Steuerfragen: Ein Mann aus Kansas will eine gerichtliche Auseinandersetzung mit seiner Ex-Frau durch ein Duell klären - und beruft sich dabei auf angeblich geltendes Gesetz.

Ein Samurai-Schwert liegt auf einem blauen Tuch

Mit Samuraischwertern wie diesem hier will ein 40-Jähriger aus Kansas gegen seine Frau und deren Anwalt antreten

Getty Images

David O. aus Paola im US-Bundesstaat Kansas hat offenbar eine eher mittelalterlich anmutende Ansicht von Gerechtigkeitsfindung: Der 40-Jährige hat einen Richter gebeten, ihn in einen Schwertkampf mit seiner Ex-Frau und ihrem Anwalt ziehen zu lassen, damit er ihnen "auf dem Schlachtfeld die Seele aus dem Leib reißen" kann, wie US-Medien berichten.

Laut einer Eingabe beim Bezirksgericht von Shelby County im Bundesstaat Iowa behaupte O., dass seine frühere Frau, Bridgette O., ihn "auf dem Rechtsweg vernichtet" habe, schreibt die Tageszeitung Des Moines Register. Er habe das Gericht gebeten, ihm zwölf Wochen "Vorlaufzeit" zu geben, um Katana- und Wakizashi-Schwerter zu beschaffen oder zu schmieden. Bei den Waffen handelt es sich um japanische Kurz- und Langschwerter, wie sie von Samurai geführt wurden.

Gerichtskämpfe "nie ausdrücklich verboten"

Der Richter habe die Macht zuzulassen, dass die gegnerischen Parteien ihre "Streitigkeiten auf dem Schlachtfeld klären", zitiert die "Huffington Post" David O. aus den Gerichtsakten. Sogenannte Gerichtskämpfe oder gerichtliche Zweikämpfe seien "in diesen Vereinigten Staaten nie ausdrücklich verboten oder als Recht eingeschränkt worden". "Noch 1818" habe ein britisches Gericht sie genutzt.

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David und Bridgette O. streiten sich den Berichten zufolge über Sorgerechtsfragen und Vermögenssteuerzahlungen. Sein Antrag auf einen Schwertkampf entstamme seiner Frustration über den Anwalt seiner Ex-Frau, sagte O. dem "Des Moines Register". Er sei dessen "Absurdität mit meiner eigenen Absurdität begegnet", erklärte der 40-Jährige. Die Idee dazu sei ihm gekommen, als er von einem Fall aus dem Jahr 2016 erfahren habe, in dem ein Richter des Obersten Gerichtshofs von New York bestätigt habe, dass Duelle nicht abgeschafft worden seien. Seine frühere Frau könne aber gern ihren Anwalt als ihren Vorkämpfer oder Ersatzkämpfer wählen.

Der Anwalt von Bridgette O. zeigte sich von einem Schwertkampf indes wenig begeistert. Weil ein Duell mit dem Tode enden könne, "überwiegen solche Auswirkungen wahrscheinlich die von Vermögenssteuer- und Sorgerechtsproblemen", argumentierte er nach Angaben der Zeitung und fügte hinzu: "Es sollte angemerkt werden, dass, nur weil die Verfassungen der USA und Iowas den Kampf gegen eine andere Person mit einem tödlichen Katana-Schwert nicht ausdrücklich verbieten, sie einem verhandelnden Gericht verbieten, dasselbe anzuordnen." Der Anwalt forderte den Richter demnach auf, den Antrag von David O. abzulehnen und anzuordnen, dass dieser sich einer psychologischen Untersuchung unterziehe.

Den Gefallen tat ihm der Richter nicht - allerdings vorerst nur aus formellen Gründen: Er werde wegen Unregelmäßigkeiten bei den Anträgen und Antworten beider Seiten in nächster Zeit keine Entscheidung treffen, entschied er laut "Huffington Post". Erst wenn die ordnungsgemäßen Verfahrensschritte unternommen worden seien, werde er weitere Maßnahmen ergreifen.

David O., der nach eigener Aussage keinerlei Erfahrung im Schwertkampf hat, erwartet nicht wirklich, dass der Richter seinem Antrag stattgeben wird, aber er wolle trotzdem eine Antwort, sagte er dem "Des Moines Register".

Auf die Frage, ob es ihm mit dem Duell-Angebot ernst sei, antwortete er: Wenn der Anwalt seiner Ex-Frau dazu bereit sei, werde er ihn treffen. "Ich glaube nicht, dass er den Mumm dazu hat."

mad