VG-Wort Pixel

Reemtsma, Oetker, Schlecker Lösegeld bleibt oft verschwunden


Verbraucht, verbuddelt, verrottet: In den aufsehenerregenden Entführungsfällen Reemtsma, Schlecker und Oetker kamen große Teile des erbeuteten Geldes abhanden. Nicht alle Täter fanden sich damit ab.

Der Fall Reemtsma

Nach der Entführung des Hamburger Millionenerben Jan Philipp Reemtsma 1996 wird ein Lösegeld von umgerechnet 15,3 Millionen Euro gezahlt - die bis dahin höchste bekannte Summe. Reemtsma kommt unverletzt frei. Die Täter mit ihrem Kopf Thomas Drach erhalten lange Haftstrafen. Bisher wurde nur ein kleiner Teil der Beute entdeckt. Helfer hatten die Scheine hinter Fußleisten versteckt, unter einem Gartenteich vergraben, in einer Waschküche eingemauert und an einer Autobahn verbuddelt. Komplizen geben an, dass das Geld verbraucht oder durch Fehlinvestitionen verloren sei.

Der Fall Schlecker

Nach der Entführung der beiden Kinder des Drogerie-Unternehmers Anton Schlecker 1987 erpressen die Kidnapper 9,6 Millionen Mark (4,9 Millionen Euro) Lösegeld und fliehen. Die Jugendlichen können sich selbst befreien. Die Täter werden erst 1998 nach einem Bankraub gefasst und zu langjährigen Strafen verurteilt. Später schildern sie, dass sie drei Millionen Mark problemlos in Paris umtauschten - trotz registrierter Scheine. Sie investierten ihre Beute in Luxuswohnungen und Autos. Den größten Teil aber brauchten sie für Wertpapier- und Immobilienspekulationen auf - und machten dabei enorme Verluste.

Der Fall Oetker

1976 wird der Münchner Industriellensohn Richard Oetker, damals 25, entführt und in eine enge Kiste gesperrt. Die Familie zahlt ein Lösegeld von 21 Millionen Mark (10,7 Millionen Euro). Oetker wird schwer verletzt gefunden und behält körperliche Behinderungen zurück. Die Polizei fasst Täter Dieter Zlof zwei Jahre später, weil er registrierte Scheine aus der Beute bei seiner Hausbank einzahlt. Er wird zu 15 Jahren Haft verurteilt. Danach will er seine Beute heben, die er in Plastiksäcken vergraben hatte. Doch ein großer Teil ist verrottet. Bei dem Versuch, erhaltene Tausend-Mark-Scheine in London umzutauschen, wird Zlof erneut verhaftet und wegen Geldwäsche nochmals zu zwei Jahren Haft in Großbritannien verurteilt.

lin/DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker