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Serienmörder in den 70er Jahren: The Doodler: Die Polizei nimmt die Jagd auf den Schwulen-Mörder wieder auf

Der Mörder, der in den siebziger Jahren in San Francisco bis zu 14 schwule Männer tötete, ist nie gefasst worden. Jetzt unternimmt die Polizei einen neuen Anlauf, um den berüchtigten Doodler, den Kritzler, zu überführen.

Cold Case: The Doodler auf Phantombildern von 1975 und 2018

Der Serienkiller The Doodler auf einem Phantombild von 1975 (l.). Rechts daneben ist der Entwurf zu sehen, wie er heute aussehen könnte

Als die Polizisten im Januar 1974 zum Tatort kamen, bot sich ihnen ein grauenhaftes Bild. Das Opfer lag blutüberströmt am Strand von Ocean Beach in San Francisco, ermordet mit mehreren Messerstichen. Es handelte sich um einen Transvestiten. In den folgenden anderthalb Jahren fielen dem Mörder vier weitere Männer zum Opfer. Auch diese waren Transvestiten, sie alle mit mehren Messerstichen blutig hingerichtet. Es ist nicht beweisen, aber vermutlich hat der Mörder bis zu 14 Männer auf dem Gewissen. Ihre Gemeinsamkeit: Sie waren alle homosexuell und in den Bars und Klubs der Stadt mit ihrer großen Schwulengemeinde unterwegs.

Der Täter ging immer gleich vor: Bevor er seine Opfer tötete, hatte er Sex mit ihnen. Neben den Transvestiten waren Geschäftsleute und TV-Entertainer unter den Ermordeten, die wohl auch auf das Konto des Killers gehen. Ein Mann, der dem Killer entkam, erinnerte sich, dass er Karikaturen gezeichnet hatte, als er ihn getroffen hatte. Daher der Spitzname The Doodler, der Kritzler.

Polizei in San Francisco veröffentlicht Aufnahme vom ersten Notruf

Wie im Fall des Golden State Killers, den die Polizei im vergangenen Jahr nach über 30 Jahren festnahm, rollt sie jetzt die Morde des Doodlers wieder auf. Dazu hat sie ein neues Phantombild des Gesuchten herausgegeben. Es soll einen ungefähren Eindruck davon geben, wie der Doodler heute aussehen könnte. Es basiert auf einer Phantomzeichnung von 1975. Demnach ist der Täter ein Schwarzer, über 180 groß und schlaksig.

+++ Lesen Sie hier den Fall des Golden State Killers ++++

Zusätzlich veröffentlichten die Ermittler die Aufnahme eines Notrufs, die ihnen von einem Unbekannten zugespielt wurde. Darauf ist ein Mann zu hören, der damals das erste Opfer entdeckt hatte: "Ich glaube, da befindet sich eine tote Person am Strand. Ich glaube, ich habe da jemanden liegen sehen, aber ich wollte nicht zu nah heran gehen, weil Du nie weißt, was dann passiert", sagte der mysteriöse Anrufer, der anonym blieb. Die Polizei bittet ihn, sich zu melden, oder Zeugen, die die Stimme vielleicht kennen. Sie hat eine Belohnung von 100.000 Dollar ausgesetzt.

Der Morde an den fünf Transvestiten erregten damals kaum Aufmerksamkeit in den Medien. Die Ermittlungen kamen nur schleppend voran. Zusätzlich sah sich die Polizei von San Francisco bald mit einer angeblich neuen Mordserie konfrontiert. Diesmal waren es sechs Männer, die in Sadomaso-Kreisen verkehrten. Sie wurden allesamt genauso mit dem Messer niedergemetzelt wie die Transvestiten. Zu Beginn ihrer Ermittlungen ging die Polizei von zwei verschiedenen Tätern aus, was heute als unwahrscheinlich gilt.

Medien interessierten sich nicht für den Fall

Die Schwulen-Community protestierte gegen die kaum vorhandene Berichterstattung in den Medien. Und sie kritisierte die Polizeiarbeit. Der Vorwurf lautete, dass sie nicht intensiv genug ermittle, weil die Opfer Schwule waren. Die Medien berichteten erst ausführlicher über die Mordserie, als ein bekannter Geschäftsmann unter den Ermordeten war.

Eine besondere Wendung nahm der Fall, als im Herbst 1975 weitere sechs Männer angegriffen wurden, alle wohlhabend und beruflich erfolgreich. Drei überlebten schwer verletzt. Ihre Aussagen führten zur Festnahme eines Verdächtigen. Aber die überlebenden Opfer wollten ihre Aussagen zur Identität des Täters nicht offiziell vor dem Gericht bestätigen. Das Grund: Sie hatten Angst um ihre bürgerliche Existenz, wenn sie sich als schwule Männer outeten. In den siebziger Jahren war das noch ein Problem. Unter den Zeugen sollen laut den Berichten ein bekannter TV-Entertainer und ein Diplomat gewesen sein. Die Polizei musste den Verdächtigen laufen lassen.

Der Mann lebt noch und wurde erneut vernommen. Die Ermittler nennen ihn eine "Person von Interesse". Ob er Ähnlichkeit mit dem Phantombild habe, wollte die Polizei nicht verraten.

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Quellen: "USA Today" , "abc news"

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