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True Crime Tod eines Groupies: Wer ermordete Playmate und Kiss-Freundin Star Stowe?

Star Stowe mit ihrem damaligen Freund Gene Simmons und der Band Kiss
Star Stowe mit ihrem damaligen Freund Gene Simmons und der Band Kiss
Sie war schön, wild, sie liebte das Leben und schlug gern über die Stränge – doch ihr Tod war brutal und unwürdig. Und vor allem: Bis heute ist nicht aufgeklärt, wer 1997 das Playmate Star Stowe erdrosselte.

Wie Star Stowe zu ihrem Künstlernamen kam, darüber gibt es unterschiedliche Aussagen. Die im Jahr 1956 als Ellen Louise Stowe in Arkansas geborene Blondine soll das Pseudonym "Star" gewählt haben, weil sie den Song "Star, Star" von den Rolling Stones liebte. Oder aber, weil sie im Intimbereich einen kleinen, blauen Stern tätowiert hatte. Oder, weil sie den Anblick des weiten, amerikanischen Nachthimmels so liebte.

Vielleicht ist es aber viel einfacher. Vielleicht hatte die junge Frau ein klares Ziel: Ein Star werden. Man soll sich bekanntlich nicht für den Job kleiden, den man hat, sondern für den, den man will. Vielleicht ist das mit Namen ja ähnlich. Früh war Stowe klar, dass in ihrer Heimatstadt Little Rock nicht das Leben auf sie warten würde, das sie sich erträumte. Bereits als Teenager packte sie ihre Sachen, verließ ihr Elternhaus und zog erst nach Las Vegas, dann nach Los Angeles. Sie träumte von einer Karriere als Tänzerin, fand aber nur Jobs, bei denen sie unbekleidet an Stangen tanzen musste.

Ein Playmate mit großen Zielen

Immerhin brachten die Jobs als Stripperin Star Stowe erst einmal Glück: In einem Club wurde sie von einem Scout des "Playboy"-Magazins entdeckt – damals wie heute eine Plattform für junge Frauen, die sich durch die freizügigen Fotos eine echte Karriere erhoffen. Und tatsächlich funktionierte das für die damals 21-Jährige: Durch die Tatsache, dass sie das erste Model mit einem sichtbaren Tattoo (wir erwähnten bereits, wo) war, sorgte die Fotostrecke für Aufsehen. Star Stowe wurde zum Playmate des Monats gekürt. Und da sie auf einem Bild mit einer Gitarre posierte, zeigten plötzlich auch Rockmusiker Interesse an ihr.

"Sie hatte gern Spaß", erinnert sich "Playboy"-Fotograf Mike Pompeo. Star Stowe habe einen "abenteuerlustigen Geist" gehabt. Da traf es sich gut, dass das Model zu dieser Zeit Gene Simmons kennenlernte – den legendären Bassisten der Rockband Kiss. Bekannt unter anderem wegen seiner angeblich ungewöhnlich langen Zunge und für die Tatsache, dass er mit Tausenden Frauen Sex gehabt und von jeder ein Polaroid geknipst haben will. Stand heute seien es angeblich 5000. 

Star Stowe genoss die Zeit im Rock-Olymp

Star Stowe scheint für den damals 28-Jährigen jedoch etwas Besonderes gewesen zu sein – denn er wandte sich ihr zu, nachdem er längere Beziehungen mit den Superstars Cher und Diana Ross gehabt hatte. Und Star war zudem bei den Promo-Aufnahmen für das Album "Destroyer" dabei, wofür sie in einem knappen weißen Brautkleid mit allen Bandmitgliedern posierte. Die Bilder der jungen Frau mit ihrem Puppengesicht, den großen Augen und dem Schmollmund verschafften ihr Aufsehen auch bei Menschen, die nicht den "Playboy" lasen.

Doch Simmons war, zumindest in den wilden 70ern, kein Mann fürs Leben. Die Beziehung endete. Und anders als anderen Groupies gelang es Stowe nicht, sich in der Szene zu halten und einen anderen berühmten wie gutsituierten Musiker zu angeln. Stattdessen lernte sie einen "normalen" Mann kennen, heiratete und bekam einen Sohn, Michael. Dies hätte ein unspektakuläres Ende ihrer Groupie-Karriere sein können – den Traum vom wilden Leben aufgegeben für das beschauliche Familienglück. Doch das entsprach nicht Stars "abenteuerlustigem Geist".

Star Stowe fand nie ihren Platz im Leben

Die 1981 geschlossene Ehe wurde nach nur wenigen Jahren wieder geschieden. Star nahm ihren kleinen Sohn und ging 1986 mit ihm nach Fort Lauderdale, Kalifornien, und suchte sich die Art von Jobs, mit denen sie sich früher schon über Wasser gehalten hatte: Sie strippte. Doch dieses Mal war die Arbeit im zwielichtigen Milieu keine Absprungschanze in den Rockolymp, sondern das genaue Gegenteil. Sie kam in Kontakt mit Alkohol und Drogen, verfiel der Sucht. Immerhin sah sie nach zwei Jahren ein, dass ihr Leben keines war, in dem ein Kind Platz hatte. Sie schickte Michael zu ihrer Mutter, wo er aufwuchs.

Und irgendwann reichte das Tanzen allein nicht mehr aus, um ihre Rechnungen zu bezahlen. Schließlich mussten auch die Drogen und zahlreiche Parties finanziert werden. Star Stowe wandte sich der Prostitution zu, verfiel der Hoffnungslosigkeit. Bis sie einen neuen Mann kennenlernte: 1991 zog sie mit einem neuen Freund zusammen, inzwischen 35 Jahre alt. Sie gab die Prostitution auf, angeblich auch die Drogen – aber nicht den Alkohol. Mit ihrem Sohn telefonierte sie zwar regelmäßig, besuchte ihn aber nur selten. Dennoch: Ihr Leben schien sich zu stabilisieren.

Bis zum großen Krach. Nach fünf Jahren Beziehung kam es zu einem betrunkenen Streit zwischen beiden, Star Stowe ging – und kehrte zu ihrem alten Leben zurück. Als Prostituierte wartete sie von nun an in Coral Springs, nordwestlich von Fort Lauderdale, am Straßenrand auf Kundschaft. Der bittere Absturz einer lebenslustigen Frau, die für einen Moment das Leben der Schönen und Reichen schnuppern konnte. Jetzt hatte sie immerhin die Gelegenheit, den Nachthimmel zu betrachten, den sie doch so liebte. Zumindest, bis sie ermordet wurde.

Ein brutales Ende

Am 16. März 1997 arbeitete sie ein letztes Mal in ihrer gewohnten Gegend, Zeugen sahen sie dort. Am nächsten Morgen fand man die 40-Jährige fast nackt und erdrosselt hinter einer Apotheke. Die Polizei ging schnell davon aus, dass wohl ein Freier der Täter war. Ob der wusste, wer Star Stowe war, was sie erlebt hatte, was sie sich für ihr Leben gewünscht hatte, dass sie einen Sohn hatte – vermutlich nicht.

Ermittlungen ergaben auffällige Ähnlichkeiten mit zwei anderen Mordfällen: Wenige Wochen zuvor war mit Sandra Walters eine weitere Prostituierte ganz in der Nähe ermordet worden. Im November 1997 starb eine Frau namens Tammy Strunk. Weitere Prostituierte in der Gegend sollen angegriffen und gewürgt worden sein – doch der Mörder, sehr wahrscheinlich ein Serientäter, ist bis heute nicht gefasst.

Quellen:  "Medium"Blogpost"Reprobate Press"Facebook

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