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Straßenszene: Kommt ein Nigerianer an Karneval nach Köln ...

Es ist alles andere als leicht, während der tollen Tage völlig unvorbereitet ins Kölner Treiben zu geraten. Einem Nigerianer ist das passiert. Auf seine Fragen erhielt er keine befriedigende Antwort.

Eindeutig! "This is women's carnival!"

Eindeutig! "This is women's carnival!"

Als Ausländer versehentlich in den Kölner Karneval zu stolpern, ist eine verwirrende Erfahrung. Einem in New York lebenden Nigerianer ist das am Donnerstag passiert.

Staunend über das bunte Treiben auf den Straßen, seinen Koffer in der Hand wandte er sich in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs an einen der wenigen Nichtkostümierten: "Do you know what this festival is called?" Er erhielt zur Antwort: "This is women's carnival." Woraufhin der ausländische Besucher einwandte: "Aber die Männer sind doch auch alle verkleidet!"

Vielleicht hätte den Reisenden noch jemand warnen sollen, dass er besser auf seinen Schlips und seine Schnürsenkel aufpassen sollte.

Beginn der Straßenkarnevals

Oder man hätte unserem Nigerianer aus New York die ganze Sache mal von Grund auf erzählt:

Mit der Weiberfastnacht oder Altweiberfastnacht beginnt immer am Donnerstag vor Rosenmontag der Straßenkarneval. Frauen stürmen die Rathäuser und übernehmen symbolisch das Regiment. Was heute mancherorts ein wenig bemüht wirkt, muss früher etwas sehr Befreiendes, geradezu Revolutionäres gehabt haben.

Der "Wieverfastelovend" - so die Kölner Variante - geht bis tief ins Mittelalter zurück. Besonders in Nonnenklöstern muss es dabei hoch hergegangen sein. Am Tag wurde "getanzt und gesprungen" und des nachts, wenn die Äbtissin schlafen gegangen war, Karten gespielt. Ehefrauen verweigerten ihren Männern in der "verkehrten Welt" des Karnevals für kurze Zeit den Gehorsam. Der Brauch, den Männern die Krawatten abzuschneiden, kam dagegen erst nach 1945 auf.

dho/DPA / DPA
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