Streit in der katholische Kirche Marx und Zollitsch schwärzen Mixa an


Walter Mixa hat Nerven. Nicht nur, dass er sein Bischofsamt zurückhaben will. Er beschuldigt seine ehemaligen Amtsbrüder der Intrige. Die reagieren prompt und unterstellen Mixa psychische Probleme. Auch aus dem Vatikan gab es eine Stellungnahme.

Der ehemalige Bischof von Augsburg, Walter Mixa, will in sein Amt zurückkehren. Er sagte der Tageszeitung "Die Welt", das Rücktrittsgesuch habe er nicht selbst verfasst und nur unter Druck unterschrieben. Drei Tage später habe er es in einem Schreiben an den Papst widerrufen. "Ich wusste in den Tagen weder ein noch aus", sagte Mixa. "Der Druck, unter dem ich die vorgefertigte Resignation unterschrieben habe, war wie ein Fegefeuer." Die Vorwürfe werden von der katholischen Kirche bestritten.

Er erhob schwere Vorwürfe gegen seine Amtsbrüder und erwägt, am päpstlichen Gerichtshof in Rom ein Verfahren anzustrengen. Das sei "ein ganz guter Gedanke, den ich sehr wohl erwäge und bedenke", wird Mixa in der "Welt" zitiert. Er wolle im Juli persönlich mit Papst Benedikt XVI. sprechen.

Der 69-Jährige bot dem Papst Ende April seinen Rücktritt an, nachdem über Prügelstrafen und finanzielle Unregelmäßigkeiten zu seiner Zeit als Pfarrer in Schrobenhausen berichtet worden war. Mixa kritisierte das Verhalten des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch, sowie des Münchner Erzbischofs Reinhard Marx. "Es hätte brüderlicher sein müssen." Zollitsch und Marx seien "zum Papst geeilt und haben ihm als Trumpf den sogenannten Missbrauchsfall vorgetragen, der de facto auf nicht mehr beruhte als auf sechs handschriftlichen Sätzen einer höchst dubiosen hingekritzelten Notiz".

"Es ist alles rechtmäßig gelaufen"

Die Reaktion aus München kam am Mittwoch ebenso prompt wie deutlich. Bernhard Kellner, Pressesprecher der bayerischen Bischofskonferenz, betonte auf Anfrage: "Es ist alles rechtmäßig gelaufen." Darüber hinaus gebe es nichts zu sagen. Nicht zuletzt zum Schutz Mixas "sehen wir davon ab, Einzelheiten öffentlich auszubreiten. Wir wünschen ihm gute Genesung. Sein Aufenthalt in der psychiatrischen Klinik war ein erster Schritt", sagte Kellner.

Die Diözese Augsburg dementierte unterdessen, dass sie den Missbrauchsvorwurf an die Öffentlichkeit gegeben habe. Außerdem sei der an die Staatsanwaltschaft gegebene Anfangsverdacht zum Zeitpunkt der Unterzeichnung der Rücktrittserklärung durch Mixa der Diözese noch nicht bekannt gewesen, teilte das Bistum weiter mit. Die Verantwortlichen der Diözese hätten das Richtige und Notwendige getan und gemäß der Leitlinien der Deutschen und Freisinger Bischofskonferenz gehandelt. Sie seien bemüht, soweit dies in ihrer Kraft stehe und auch gewollt sei, Mixa zu helfen, für sich eine gute Zukunft zu planen.

Mixa wird Papst treffen

Darüber hinaus gingen sie davon aus, dass es das gemeinsame Anliegen mit Mixa sei, dass alles dafür getan werde, damit Friede und Einheit in der Diözese einkehrten. Der Diözese sei nicht an einer öffentlichen Auseinandersetzung mit dem Bischof gelegen, hieß es weiter. Der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, erklärte auf Anfrage, dass er dem nichts mehr hinzuzufügen habe, er stehe hinter der Aussage. Mixa kündigte in der Zeitung an, im Juli den Papst in Rom zu treffen, um ihm seine Sicht der Dinge zu erläutern. "Er hat mich ja zum Gespräch eingeladen. Vor allem will ich mit ihm also besprechen, wie sich die Situation weiter entwickeln soll", erklärte er. Er wolle wieder in der Seelsorge tätig sein und mit den Gläubigen Gottesdienst feiern.

Vatikan-Sprecher Lombardi bestätigte das in den "kommenden Wochen" stattfindende Gespräch, das aber nichts an der Annahme des Rücktrittsgesuchs ändere. "Man sollte nicht erwarten, dass der Papst seine Entscheidung annuliert", sagte er.

AP AP

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