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Tierische Röntgenbilder: Wenn die Dogge 43,5 Socken frisst

Socken, Kieselsteine, Außerirdische - Röntgenbilder von Mägen amerikanischer Haustiere zeigen die schrägsten Gegenstände. Eine Zeitschrift hat die außergewöhnlichsten Aufnahmen gekürt.

43,5 Socken futterte eine Dogge aus den USA

43,5 Socken futterte eine Dogge aus den USA

Schokolade, saure Gurken, Chips - Heißhunger kann man auf vieles haben. Socken hingegen sind doch eher außergewöhnlich - selbst für Tiere. Ein dreijähriger Doggenrüde aus der US-Stadt Portland futterte gleich 43,5 davon, wie sein Tierarzt verdutzt auf einer Röntgenaufnahme vom Magen des Vierbeiners feststellte. Der Verbleib der restlichen halben Socke konnte bis heute nicht geklärt werden.

Die Dogge, deren Name das Herrchen nicht in der Zeitung lesen möchte, ist nicht das einzige US-Haustier mit verhaltensauffälligen Fressgewohnheiten. Jedes Jahr wählt die Tierarzt-Zeitschrift "Veterinary Practice News" bei ihrem Wettbewerb "They Ate WHAT?" ("Sie haben WAS gefressen?") die skurrilsten Röntgenbilder von Tierärzten aus dem ganzen Land aus. Je merkwürdiger die Gegenstände im Bauch, desto größer die Siegchancen.

Schlange verschluckt zwei intakte Glühbirnen

Meist sind es Katzen und Hunde, die Diamant-Ringe, Feuerzeuge, Fleischspieße oder Spielzeuge verputzen. Ein Labrador-Retriever hat es mal vermocht, 14 Golfbälle herunterzuschlucken. Doch die Redaktionsleiterin der Zeitschrift Marilyn Itturi erinnert sich auch an exotischere Tiere. "Vor einigen Jahren hatten wir ein Bild von einer wildlebenden Schlange, die zwei noch völlig intakte Glühbirnen verschluckt hatte. In diesem Jahr war sogar einen Frosch unter den Einsendungen."

Letzterer hat in diesem Jahr auch den ersten Platz belegt: Eine Tierklinik in Texas nahm mit einem Röntgenbild teil, das 30 Kieselsteine im Bauch des Lurchs zeigt. Das Tier hatte die Steine vom Boden seines Aquariums gefressen, in der Klinik mussten sie dann operativ entfernt werden. "Das hat mich wirklich berührt: Zu sehen, dass jemand einen Frosch so sehr liebt, dass er bereit ist, eine solche Operation zu bezahlen", so Itturi.

Fressstörung, die behandelt werden müsse

Nicht unter die ersten Plätze schaffte es hingegen eine Echse, die eine Spielzeug-Banane aus einem "Barbie"-Haus geklaut hatte. Auch die Figur eines Außerirdischen verschwand aus einem Kinderzimmer und wurde erst später mit der Hilfe eines Röntgenbildes im Bauch einer Katze wiedergefunden.

Über 80 Einsendungen gab es bei dem Wettbewerb in diesem Jahr, der bereits zum neunten Mal stattfand und dessen Ergebnis in der aktuellen Ausgabe des Magazins zu bewundern ist, das an 58.000 Tierarztpraxen in die USA verschickt wird. Eine Jury aus Redaktionsmitgliedern und Experten bewertete die Aufnahmen. Das Preisgeld bis zu 1500 Dollar (1150 Euro) wurde von einer Haustierversicherung gesponsert.

Doch so amüsant die merkwürdigen Essgewohnheiten von Haustieren auch sind, sie können sehr gefährlich werden. Die amerikanische Gesellschaft zur Vorbeugung von Grausamkeit gegen Tiere (ASPCA) erklärt ausdrücklich, dass es sich oft um eine Fressstörung handele, die behandelt werden müsse.

and/Verena Köplin/DPA / DPA
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