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Tierquälerei in China: Touristen posieren mit verletztem Delfin

Für ein Foto gingen Touristen im Süden Chinas über Leichen: Weil die Urlauber unbedingt mit einem gestrandeten Delfin posieren wollten, zogen sie ihn weiter an Land. Der Meeressäuger starb.

Ein von mehreren Touristen zu Fotozwecken missbrauchter, verletzter Delfin ist im Süden Chinas verendet. Wie die staatliche Zeitung "Shanghai Daily" am Dienstag berichtete, zog eine Gruppe von Urlaubern das Tier am Sonntag an einem Strand der Provinz Hainan an Land und schoss Fotos mit ihm, die später im Internet veröffentlicht wurden. Der Delfin war zuvor vermutlich mit einem Schiff kollidiert und wurde an den Strand gespült, wo die Touristen ihn stark blutend fanden.

Dass die Urlauber dem Tier nicht halfen, sondern es weiter an Land zogen und mit ihm posierten, erboste zahlreiche chinesische Internetnutzer. "Wenn der grundsätzliche Respekt vor dem Leben verloren geht, frage ich mich wirklich, wie ich noch stolz sein kann auf China", fragte etwa ein Nutzer des chinesischen Kurzbotschaftendienstes Sina Weibo. Ein anderer schrieb, Delfine hätten "einen nur ein klein wenig geringeren IQ als Menschen, aber diese Leute auf den Bildern sind schlimmer als Schweine".

Wer einen gestrandeten Delfin findet, dem raten Experten, das Tier vor Sonnenlicht zu schützen und regelmäßig mit Wasser zu benetzten. Wichtig sei es zudem, dass kein Wasser oder Fremdkörper in das Blasloch gelangt.

jwi/DPA / DPA
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